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Berufsbildung ohne GrenzenMobilitätsberatung für Auszubildende beginnt(19.05.2009) Die deutsche Wirtschaft will mit Unterstützung der Bundesregierung verstärkt Auszubildende ins Ausland schicken. Das bundesweite Beratungsprogramm hierzu startet heute bei einer Fachkonferenz im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS).
Detlef Scheele, Staatssekretär im gastgebenden Bundesministerium, Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), und Hanns-Eberhard Schleyer, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), gaben den Startschuss. "Die Qualität der Ausbildung muss gerade auch in diesen Krisenzeiten verbessert werden, um Wettbewerbsvorteile gewinnen zu können. Dazu können Auslandsaufenthalte von Jugendlichen einen wichtigen Beitrag leisten", sagte Scheele in Berlin. "Will Deutschland Exportweltmeister bleiben, brauchen gerade kleine und mittlere Unternehmen mehr Auszubildende mit Auslandserfahrung", betonte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. "Derzeit absolvieren nur etwa zwei Prozent der Jugendlichen einen Teil ihrer Berufsausbildung oder ein Praktikum im Ausland. Gleichzeitig orientieren sich aber immer mehr Unternehmen auf internationale Märkte oder kooperieren mit weltweit aufgestellten Firmen. Das passt nicht zusammen", so Wansleben. Das Mobilitätsberater-Projekt werde dazu beitragen, dass deutlich mehr Auszubildende Fremdsprachenkenntnisse, interkulturelle Kompetenzen und auslandsbezogenes Fachwissen erwürben. ZDH-Generalsekretär Schleyer betonte, es gebe auch im Handwerk wachsenden Bedarf an Fachkräften mit internationalem Know-how. "In unserem Wirtschaftsbereich hat sich die Zahl der exportierenden Handwerksbetriebe innerhalb von 15 Jahren mehr als verdoppelt. Um dem zu entsprechen, müssen wir eine neue Mobilitätskultur im Rahmen der Aus- und Weiterbildung entwickeln", sagte er. In diesem Punkt stehe das Handwerk noch am Anfang. "Das liegt nicht zuletzt auch an einem Defizit an entsprechenden Beratungs- und Unterstützungsstrukturen", so Schleyer. Er begrüßte daher ausdrücklich, dass diese Beratungslücke mit dem Mobilitätsberaterprogramm nun geschlossen werde. Staatssekretär Scheele zeigte sich zuversichtlich, dass durch dieses Programm die Zahl der Auslandsaufenthalte von Jugendlichen in den kommenden Jahren verdoppelt werden könne. Das BMAS hat das Programm zur Unterstützung von Auslandsaufenthalten für Auszubildende und Berufsanfänger gemeinsam mit dem DIHK und dem ZDH ins Leben gerufen. Für 16 Millionen Euro wird in den kommenden Monaten eine bundesweite Beratungsstruktur für Unternehmen aufgebaut. Ein Netzwerk von 40 Mobilitätsberatern in den Industrie- und Handelskammern und Handwerkskammern betreut dann die Betriebe vor Ort, um Auszubildenden und Berufsanfängern in größerem Umfang als bisher berufliche Erfahrungen im Ausland zu ermöglichen. Zu den Aufgaben zählt neben der Beratung und Motivation der Unternehmen und Auszubildenden auch die Information über Förderprogramme oder die Unterstützung bei der Organisation der Auslandsaufenthalte. Das Programm wird finanziert mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des BMAS. Die Kammern beteiligen sich zu 20 Prozent an den Kosten.
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