> Homepage > Meldungen

DIHK: Industrieproduktion wächst 2010 um fünf Prozent

Neuer Branchenreport prognostiziert aber auch Jobverluste

(07.12.2009) "Die Industrie hat zuletzt wichtige Schritte aus dem Konjunkturtal gemacht": So fasst Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), die Ergebnisse des neuen DIHK-Industriereports zusammen.

Arbeitsmarktumfrage "Auch für die kommenden Monate sehen sich die Unternehmen auf einem guten Weg", berichtete Wansleben der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Angesichts deutlich verbesserter Geschäftserwartungen rechne der DIHK mit einem Zuwachs der Industrieproduktion im kommenden Jahr von 5 Prozent, so Wansleben. Aber: "Trotz dieses Wachstums bleibt die Produktion noch längere Zeit hinter dem hohen Vorkrisenniveau zurück."

Angesichts der Umfrageergebnisse, die auf rund 9.000 Antworten von Industrieunternehmen basieren, geht der DIHK davon aus, dass viele Betriebe des Produzierenden Gewerbes um einen Kapazitätsabbau nicht herumkommen. Dafür sprechen auch die nach wie vor sehr negativen Beschäftigungsabsichten der Großunternehmen, insbesondere im exportstarken Süden Deutschlands.

Der DIHK erwartet deshalb, dass 2010 in der Industrie 300.000 Arbeitsplätze verloren gehen. Rechnet man die Jobverluste aus 2009 dazu, würde die Krise damit mehr als eine halbe Million Arbeitsplätze in der deutschen Industrie kosten. Betroffen sind vor allem Beschäftigte im Kraftfahrzeug- und im Maschinenbau sowie in der Metallindustrie.

"Angesichts der heftigen Produktionseinbrüche fallen diese Arbeitsplatzverluste aber immer noch geringer aus als zwischenzeitlich prognostiziert", relativiert Martin Wansleben. "So halten gerade mittelständische Industriebetriebe so lange wie möglich an ihrer Stammbelegschaft fest – sie hatten im zurückliegenden Aufschwung besonders große Probleme, geeignete Fachkräfte zu finden."

Zudem versuchten die Industrieunternehmen durch Investitionen in neue Produkte und verbesserte Prozesse rasch aus der Krise zu kommen.

"Eine wichtige Ursache für die insgesamt nicht ganz so dramatischen Beschäftigungsrückgänge ist die moderate Arbeitskostenentwicklung der vergangenen Jahre", sagte der DIHK-Hauptgeschäftsführer. "Sie hat Kostennachteile gegenüber dem Ausland reduziert." Wichtigstes Thema bleibt laut Wansleben aber der Zugang zu Krediten – "insbesondere zur Vorfinanzierung von Aufträgen und somit eines Aufschwungs".

Die Ergebnisse der Umfrage stehen hier zum Download bereit:

Industriereport 2009 (PDF, 341 KB)

Diese Seite ist Bestandteil der Internetpräsentation des DIHK | Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V.
Bei den angelinkten externen Seiten handelt es sich ausschließlich um fremde Inhalte.
Der DIHK übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der angelinkten Seiten.