Abbau von Einstellungshürden brächte deutlich mehr Jobs
DIHK-Präsident Driftmann in der "Bild"-Zeitung
(28.07.2010)
Wie es gelingen kann, "die Arbeitslosigkeit nicht nur kurzzeitig auf deutlich unter drei Millionen" zu drücken, hat Hans Heinrich Driftmann, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), gegenüber der "Bild"-Zeitung skizziert.
Um den Arbeitsmarkt zu entfesseln, müsse man "ganz konsequent Einstellungshürden beseitigen", sagte Driftmann. Hierzu nannte der DIHK-Präsident fünf Maßnahmen:
- Recht auf Teilzeit einschränken
Driftmann: "Wir sollten etwa den generellen Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit einschränken. Hier müssen die Hürden deutlich gesenkt werden. Die jetzige Regelung geht viel zu weit und stört oft Abläufe im Betrieb."
- Kündigungsschutz erst für Betriebe ab 20 Mitarbeitern
"Bisher gilt der Kündigungsschutz nicht in Betrieben bis zehn Mitarbeiter. Diese Schwelle sollte auf 20 verdoppelt werden." Es gebe viele kleine Unternehmen mit zehn Mitarbeitern, die jetzt florierten. "Stellen sie aber einen elften Mitarbeiter ein, gilt für alle Kündigungsschutz. Davor schrecken viele zurück, weil sie nicht wissen, wie lange die Auftragslage gut bleibt."
- Regeln für befristete Arbeitsverhältnisse lockern
"Viele Betriebe, die in der Krise gezwungen waren, gut ausgebildete Leute zu entlassen, würden sie jetzt gerne wieder einstellen. Allerdings erst einmal befristet, weil die Lage noch unsicher ist." Dies sei aber derzeit wegen des sogenannten Wiederbeschäftigungsverbots nicht möglich.
- Abschaffung des Wiederbeschäftigungsverbots
"Das Recht erschwert hier Menschen den direkten Weg in Arbeit. Es wäre deshalb sinnvoll, das Wiederbeschäftigungsverbot rasch abzuschaffen und auch die sogenannte sachgrundlose Befristung von zwei auf vier Jahre anzuheben."
- Späterer Feierabend für Azubis
"Es passt nicht mehr zur Lebenswirklichkeit, wenn 16-jährige Lehrlinge bis höchstens 22 Uhr arbeiten dürfen und nicht bis 23 Uhr – etwa in der Gastronomie."
"Bild" vom 28. Juli 2010,
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