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"Schluss mit dem Murks!"WJD-Bundesvorsitzende Eva Fischer in der "Welt"(05.07.2010) Eine Entideologisierung der Bildungspolitik und einen Stopp des "Reformkarussells Schule" hat Eva Fischer, Bundesvorsitzende der Wirtschaftsjunioren Deutschland (WJD), am Samstag in einem Gastkommentar in der Tageszeitung "Die Welt" gefordert. "Das Reformkarussell Schule dreht sich immer rasanter. Kaum eine Landtagswahl vergeht, in der nicht die Frage nach der richtigen Schulstruktur zum Zankapfel wird. Inzwischen besteht nach jedem Machtwechsel auf Landesebene die Gefahr, dass gerade begonnene Reformen zurückgedreht und ins Gegenteil verkehrt werden – wenn die Koalitionsbildung nicht schon am ideologisch aufgeladenen Streit scheitert. Wir als junge Unternehmer und Führungskräfte stehen dieser Entwicklung mit Fassungslosigkeit gegenüber. Wir organisieren ehrenamtlich überall in Deutschland Bildungsprojekte, übernehmen Schulpatenschaften, trainieren Bewerbungsgespräche und versuchen, Jugendliche auf das Berufsleben vorzubereiten. Jedes Jahr erreichen wir mit unseren Projekten 200.000 Jugendliche. Aber immer mehr haben wir das Gefühl, dass wir nicht mehr tun können als die Reste gescheiterter Schulversuche zusammenzukehren. Gute Auszubildende werden immer knapper, immer mehr Arbeitgeber sind darauf angewiesen, Auszubildende mit kostspieligem Nachhilfeunterricht fit für die eigentliche Ausbildung zu machen. Deutschland braucht deshalb endlich eine Entideologisierung der Bildungspolitik. Die Frage, ob vier oder sechs Grundschuljahre besser sind, ob Gesamtschulen schwache Schüler stärken oder die guten nach unten ziehen, ob Gymnasien überholt sind oder Hauptschulen – das alles sind Fragen, die diskutiert werden müssen. Sie können aber nur gelöst werden, wenn man sie sachlich und lösungsorientiert angeht und nicht die Koalitionsfähigkeit der eigenen Partei mit ihnen verknüpft. Vor allem aber muss die Frage nach der richtigen Schulstruktur wieder hinter die Frage nach den Inhalten zurücktreten. Unsere Forderung ist, das Reformkarussell Schule zu stoppen und deutschlandweit verbindliche Schulstrukturen festzulegen. Auch wenn wir der Schaffung immer neuer Gremien mit Skepsis gegenüberstehen, sehen wir hier keine andere Möglichkeit, als eine interdisziplinäre Expertengruppe einzusetzen, die unabhängig von politischen Ränkespielen unserer Landesfürsten agieren kann. Unsere Politiker müssten dazu den Gedanken zulassen, dass jede Schulstruktur im Grundsatz erfolgreich sein kann, wenn sie die notwendige Unterstützung bekommt. Und dass Bildung ein wichtigeres Gut ist als das Umsetzen eigener bildungspolitischer Ideologien." "Die Welt" vom 3. Juli 2010, |
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