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"eVVV" scheint mehr Probleme aufzuwerfen als zu lösen

DIHK-Steuerexperte Kühn im "Handelsblatt"

(26.07.2010) "Erheblichen Nachbesserungsbedarf" sieht Alfons Kühn, Abteilungsleiter Steuern des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), beim Elektronischen Vorsteuer-Vergütungsverfahren ("eVVV") – auf nationaler wie auf europäischer Ebene.

Alfons Kühn, Bereichsleiter Finanzen, SteuernDie Idee des neuen, europaeinheitlich angelegten Verfahrens ist eigentlich sinnvoll: Die Unternehmen müssen eine Erstattung ausländischer Umsatzsteuern nicht mehr direkt bei der jeweiligen nationalen Behörde beantragen, sondern stellen die Anträge einheitlich über ein neues Online-Portal des Bundeszentralamtes für Steuern.

Schwierigkeiten gibt es jedoch bei der Umsetzung: "Bei den Betrieben herrscht momentan der Eindruck vor, das neue Verfahren werfe mehr Probleme auf, als es löse", sagte Kühn dem "Handelsblatt". Das war auch bei einer Infoveranstaltung zum eVVV am 21. Juli beim DIHK (siehe Meldung vom 9. Juli) deutlich geworden.

Zu den Kritikpunkten zählt unter anderem, dass es bei der Dateneingabe im Portal zu Software-Abstürzen mit Datenverlust kommen kann, dass das System beim Zwischenspeichern noch unfertiger Anträge wichtige Belegdaten nicht mitsichert oder dass Dateianhänge ab einer bestimmten Größe nicht akzeptiert werden. Weise die ausländische Behörde einen Antrag wegen Formfehlern zurück, informiere das Bundeszentralamt die Firmen darüber nicht.

"Das Ziel, den Unternehmen die Antragstellung zu erleichtern und ihre Rechte innerhalb des Verfahrens zu stärken, ist noch nicht erreicht", fasste DIHK-Steuerexperte Kühn die Probleme gegenüber dem "Handelsblatt" zusammen.

Ein großer Teil der Unternehmen sehe aufgrund der vielfältigen Mängel seinen Vorsteuer-Vergütungsanspruch sogar gefährdet. "Gerade jetzt ist für die durch die Finanz- und Wirtschaftskrise belasteten Betriebe allerdings die Liquiditätssicherung besonders wichtig", so Kühn.

"Handelsblatt"   vom 26. Juli 2010,
www.handelsblatt.com

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