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Kassenbeitrag gefährdet 50.000 Jobs

DIHK-Chefvolkswirt Volker Treier in der "FTD"

(13.07.2010) Dass die von der Regierung geplante Erhöhung der Krankenkassenbeiträge rund 50.000 Arbeitsplätze vernichten könnte, befürchtet Volker Treier, Chefvolkswirt des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

DIHK-Chefvolkswirt Dr. Volker TreierTreier rechnet damit, dass der für Anfang kommenden Jahres beschlossene Anstieg der Versicherungsbeiträge von 14,9 auf 15,5 Prozent 50.000 Arbeitsplätze vernichten könnte. "Die Kapazitäten der Unternehmen in Deutschland sind immer noch unausgelastet", sagte er der "Financial Times Deutschland" ("FTD"). "Da sind höhere Arbeitskosten genau das Falsche."

Der DIHK-Chefvolkswirt erinnerte daran, dass sich die Wettbewerbsfähigkeit der Bundesrepublik durch die moderate Lohnpolitik der vergangenen Jahre verbessert habe. Durch die – grundsätzlich sinnvolle – Kurzarbeit hätten die Lohnkosten aber wieder etwas zugelegt.

Eine ökonomische, durch mehrere empirische Studien abgesicherte Faustformel besagt, dass eine Anhebung der Sozialversicherungsbeiträge um einen Prozentpunkt rund 100.000 Jobs kostet. Der Zusammenhang zwischen den Lohnnebenkosten und der Beschäftigung lasse sich aber nicht nur in Studien, sondern auch in der Praxis nachweisen, sagte Volker Treier der "FTD": "Steigen die Beiträge, stellt der Unternehmer zum Beispiel den Leiharbeiter doch nicht fest an." Oder wenn eine Firma eigentlich fünf Leute entlassen müsste, würden es jetzt sechs.

Bereits in der DIHK-Konjunkturumfrage zu Jahresbeginn hatten 35 Prozent der Unternehmen angegeben, in den Arbeitskosten das größte Konjunkturrisiko zu sehen.

"Financial Times Deutschland"   vom 13. Juli 2010,
www.ftd.de

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