Beschäftigung älterer Arbeitnehmer wird immer wichtiger!
DIHK-Arbeitsmarktexperte Hardege zu den Juli-Zahlen der BA
(28.07.2011) Bei der Bewertung der aktuellen Arbeitsmarktzahlen gilt nach Einschätzung von Stefan Hardege, Arbeitsmarktexperte des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), der Entwicklung bei den über 50-Jährigen besonderes Augenmerk.
"Der leichte Anstieg der Arbeitslosenzahlen ist allein jahreszeitlich bedingt", kommentiert Hardege die heute von der Bundesagentur für Arbeit (BA) vorgestellten Juli-Zahlen zum Arbeitsmarkt. Saisonbereinigt sei die Arbeitslosigkeit weiter gesunken, Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hätten zugelegt.
Steigende Bedeutung komme vor dem Hintergrund der Fachkräftesicherung der Beschäftigung älterer Arbeitnehmer zu. Auch hier sei die Entwicklung positiv, so Hardege, seit Jahresbeginn verringere sich die Arbeitslosigkeit der 50- bis unter 65-Jährigen sukzessive.
Die Arbeitslosenquote in dieser Altersgruppe habe etwa im Juni nur noch 7,8 Prozent betragen, 0,4 Prozentpunkte weniger als im Juni 2010, berichtet Hardege. Die Beschäftigungsquote legte innerhalb der letzten fünf Jahre von 51 Prozent auf 58,2 Prozent zu.
Gleichzeitig stieg in den vergangenen Jahren das Renteneintrittsalter an. Es liegt derzeit durchschnittlich bei 63,8 (Männer) beziehungsweise 63,3 Jahren (Frauen). "Das ist der Höchststand seit Beginn der gesamtdeutschen Rentenstatistik im Jahr 1993", so der DIHK-Arbeitsmarktexperte.
Für eine weitere Erhöhung der Erwerbsbeteiligung schlägt er vor, die Rente mit 67 konsequent umzusetzen, flexible Übergänge in die Rente bei vorzeitigem Bezug mit korrekten Abschlägen zu versehen und die maximale Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes I auch für Ältere auf zwölf Monate zu beschränken.
Doch auch die Unternehmen seien gefordert. Hardege: "Die Betriebe können Beschäftigungsmöglichkeiten Älterer verbessern, indem sie beispielsweise Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung sowie eine flexible Arbeitsorganisation anbieten."

