Gesundheitswirtschaft will 70.000 neue Jobs schaffen
DIHK-Präsident Driftmann stellt neues Papier vor
(05.12.2011) Mit Zuversicht und beeindruckenden Beschäftigungsplänen geht die deutsche Gesundheitswirtschaft in die kommenden Monate. Das zeigt der aktuelle Branchenreport des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).
"Die Gesundheitswirtschaft boomt": So fasste DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann die Ergebnisse der Sonderauswertung, an der sich rund 1.000 Unternehmen der Branche beteiligt hatten, gegenüber der Tageszeitung "Die Welt" zusammen.
Für 2012 plane der Gesundheitssektor 70.000 zusätzliche Arbeitsplätze, berichtete Driftmann, das sei der größte Stellenzuwachs aller Branchen.
Ursache hierfür sei "nicht zuletzt der demografische Wandel, der die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen steigen lässt". Das bedeute – in Deutschland wie auch weltweit – neue Geschäftsfelder, einen boomenden Export sowie einen wachsenden zweiten, also nicht von der Versicherung finanzierten, Gesundheitsmarkt.
Um letzteren zu fördern, benötigten die Versicherten die Möglichkeit des flexiblen Zukaufs von Leistungen, sagte der DIHK-Präsident. Hierfür forderte er die schrittweise Einführung des Kostenerstattungsprinzips. "Natürlich muss darauf geachtet werden, dass die Versicherten finanziell nicht überlastet werden", so Driftmann. "Perspektivisch sollten private Ergänzungs- oder Aufstockungszahlungen in jedem Fall einfacher möglich sein."
Zudem seien zusätzliche Fachkräfte nötig, um die wachsende Nachfrage in der Gesundheitswirtschaft zu bedienen. "Hier zeigen sich bereits deutliche Engpässe", warnte Driftmann: "42 Prozent der Betriebe der Gesundheitswirtschaft sehen den Fachkräftemangel als eines der größten Geschäftsrisiken an." Gerade in den Bereichen der ärztlichen Versorgung und der Pflege sei der Frauenanteil besonders hoch, so dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine große Bedeutung habe.
Zur Sicherung des Nachwuchses insbesondere in der Pflege schlug der DIHK-Präsident vor, die Organisation der Industrie- und Handelskammern in die Ausbildung der Pflegeberufe einzubeziehen: "Insgesamt brauchen wir gerade angesichts knapper werdender Fachkräfte darüber hinaus in den Regionen eine bessere Vernetzung zwischen den verschiedenen Versorgungsbereichen – ambulante und stationäre Versorgung, Rehabilitation et cetera – und mit den übrigen regionalen Akteuren." So könnten Abläufe effizienter gestaltet und beispielsweise Doppeluntersuchungen vermieden werden.
Diese und weitere Vorschläge enthält auch der DIHK-Vorstandsbeschluss "Demografischer Wandel und Gesundheitswirtschaft – Herausforderungen und Chancen". Er steht – ebenso wie der aktuelle DIHK-Report Gesundheitswirtschaft – rechts oben zum Download bereit.

