"Der Konsens mit der Kultusseite ist vertretbar"
DIHK-Präsident Driftmann zum DQR-Kompromiss
(01.02.2012) Als "wichtige Weichenstellung" bewertet Hans Heinrich Driftmann, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), die Einigung zur Zuordnung der Berufsabschlüsse im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR).
Am gestrigen Dienstag verständigten sich die Kultusminister mit den Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaften und der Bundesregierung auf die Eingruppierung von Bachelor- und Master-Abschlüssen sowie beruflicher Ausbildung und Meisterbrief im DQR.
Dabei wurden unter anderem Meister sowie Fachwirt dem Bachelor gleichgestellt; die drei- und die dreieinhalbjährige duale Ausbildung landeten auf Stufe vier. Die umstrittene Einordnung des Abiturs verschoben die Verhandlungspartner allerdings um weitere fünf Jahre.
"Nun kann jenseits der Abitur-Frage an der Entwicklung eines Qualifikationsrahmens weitergearbeitet werden", sagte Driftmann dem "Hamburger Abendblatt". "Der Konsens mit der Kultusseite ist vertretbar, weil es vorrangig um die Erhöhung von Transparenz und Mobilität auf dem europäischen Arbeitsmarkt geht."
Qualifikationen wie die allgemeinbildenden Schulabschlüsse, die keinen konkreten Arbeitsmarktbezug hätten, könnten "in einem ersten Schritt außen vor bleiben", so der DIHK-Präsident. "Die erneute Beratung nach fünf Jahren bietet die Chance, die Zuordnungsfrage vor dem Hintergrund der bis dahin gemachten Erfahrungen – gerade auch im EU-Ausland – neu zu beantworten."

