Fünf Jahre Netzwerkbüro "Erfolgsfaktor Familie"
Projektleiterin Geisel: Vereinbarkeit muss Chefsache werden
(09.02.2012) Seit nunmehr fünf Jahren engagiert sich das Netzwerkbüro "Erfolgsfaktor Familie" beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) im Auftrag des Bundesfamilienministeriums dafür, die Arbeitswelt in Deutschland familienfreundlicher zu machen.
"Wir arbeiten intensiv daran, Familienbewusstsein zum Markenzeichen der deutschen Wirtschaft zu machen", erläutert Sofie Geisel, Projektleiterin des Netzwerkbüros "Erfolgsfaktor Familie". Das Büro betreut seit Anfang 2007 das gleichnamige Netzwerk, das DIHK und Bundesfamilienministerium im Herbst 2006 in einer gemeinsamen Initiative ins Leben gerufen hatten.
"Unser Ziel ist es, das Engagement und die Erfahrungen familienbewusster Unternehmen stärker in das öffentliche Blickfeld zu rücken", so Geisel. Als bundesweit größte Plattform für alle, die sich für das Thema interessieren oder bereits engagieren, wolle das Netzwerk möglicht viele Betriebe motivieren, selbst Ideen und Maßnahmen für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie umzusetzen.
Und das gelingt gut: Fast 4.000 Mitglieder sind dem Unternehmensnetzwerk bisher beigetreten. Rund 2.300 dieser Betriebe haben die "Gemeinsame Erklärung Erfolgsfaktor Familie" unterzeichnet, eine freiwillige Selbstverpflichtung der deutschen Wirtschaft in Sachen Familienbewusstsein.
Das Team des Netzwerkbüros hat in den vergangenen fünf Jahren mehr als 500 regionale Veranstaltungen begleitet und moderiert sowie zahllose Beratungsgespräche geführt. Es arbeitet eng mit den Industrie- und Handelskammern sowie zahlreichen Branchenverbänden zusammen und zeigt mit Publikationen und Vorträgen die Vorteile familienbewusster Unternehmensführung auf.
Höhepunkt ist einmal im Jahr der Unternehmenstag "Erfolgsfaktor Familie" in Berlin mit Bundesfamilienministerin Kristina Schröder und DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann. Die diesjährige Veranstaltung findet am 23. April statt. Das Motto: "Auf dem Weg zu einer flexiblen und familienbewussten Arbeitskultur".
"Die Herausforderung besteht darin, die Brisanz der Vereinbarkeit von Beruf und Familie immer wieder hervorzuheben", bilanziert Sofie Geisel das Erreichte. Zwar vollziehe sich ein Bewusstseinswandel, und das Thema etabliere sich zunehmend in den Unternehmen beziehungsweise Personalabteilungen.
Dennoch spricht die Projektleiterin von einem "weiten Weg". Geisel: "Familienbewusstsein muss noch mehr Chefsache und die ökonomische Bedeutung noch deutlicher werden. Die demografische Entwicklung wird den Fachkräftemangel verschärfen, und dann ist Arbeitgeberattraktivität gefragt – vor allem beim Mittelstand, bei bestimmten Branchen und bei Unternehmen mit weniger bekannten Standorten."

