VE stabilisiert weiterhin haushaltsnahe Verpackungsentsorgung
DIHK legt Statistik 2010 zur Vollständigkeitserklärung vor
(13.02.2012) Im Jahr 2010 haben 3.597 Unternehmen durch eine Vollständigkeitserklärung (VE) nachgewiesen, wie viele Verpackungen sie in Verkehr gebracht haben – 6 Prozent mehr als noch 2009. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), der das VE-Register führt.
Rund 55.000 Betriebe beteiligten sich im Berichtsjahr an den dualen Systemen. Berücksichtigt man Mehrfachbeteiligungen, bezahlten die Unternehmen über ihre Beiträge zu den dualen Systemen 2010 rechnerisch je sieben Euro für das VE-Register (www.ihk-ve-register.de).
Der DIHK sieht damit das privatwirtschaftlich organisierte, haushaltsnahe Entsorgungssystem gesichert – zu "mit durchschnittlich sieben Euro sehr geringen Bürokratiekosten", wie DIHK-Umweltexperte Armin Rockholz betont. Dies zeige, dass gute Ergebnisse auch ohne gesetzliche Verschärfungen und höhere Bürokratiekosten erzielbar seien. "Darauf kann auch im Hinblick auf die Einführung einer künftigen Wertstofftonne zurückgegriffen werden."
Wie die jüngste DIHK-Statistik verdeutlicht, ist die Verpackungsentsorgung über die dualen Systeme sehr hoch. Allerdings gewinnen die Branchenlösungen an Bedeutung: Der Anteil der Verpackungstonnage, der über Branchenlösungen entsorgt wurde, stieg gegenüber 2009 (9,7 Prozent) auf 13 Prozent in 2010.
Umweltexperte Rockholz: "Bestimmte Unternehmen nutzen hier die vom Gesetzgeber bewusst geschaffene Wettbewerbssituation zwischen dualen Systemen und Branchenlösungen, um eine kostengünstigere Verpackungsentsorgung zu ermöglichen."
Der DIHK fordert weitere Entlastungen für die auch im Koalitionsvertrag angekündigte Wertstoffverordnung. Gewerbliche Verkaufsverpackungen, die nur 2 Prozent der VE-Gesamttonnage ausmachen, sollten gänzlich herausgenommen werden.
Zudem müsse die Bagatellgrenze für Glas, bei dem 10 Prozent der Unternehmen für rund 86 Prozent der Verpackungen verantwortlich sind, deutlich erhöht werden. Die deutschen Winzer, so Rockholz, "sollen Zeit für einen guten Wein haben – und nicht für unnötigen Bürokratieaufwand".
Die endgültige Auswertung des DIHK zu den Vollständigkeitserklärungen für das Berichtsjahr 2010 steht rechts oben zum Download bereit.

