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Rating: ein Zeugnis für Ihr Unternehmen

Wieviel Zinsen Sie für einen Unternehmenskredit bezahlen müssen, hängt oft von den Ergebnissen einer externen Bewertung, des sogenannten Ratings, ab.

Ratings sind Zeugnisse, in denen die Kreditwürdigkeit von Schuldnern benotet wird. Solch ein Zeugnis ist ein wichtiges Instrument, um den Preis für Fremdkapital, den Zins, für einen Kreditnehmer bestimmen zu können: Ist die Kreditwürdigkeit gut, dann ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass es bei der Rückzahlung der Verbindlichkeit zu Schwierigkeiten kommt, und dann ist der Zins niedrig. Schuldner mit einer schlechten Bonität müssen dagegen einen höheren Zins zahlen als "gute Adressen", und zwar einen um den so genannten Risikoaufschlag erhöhten Zins.

Darauf muss sich insbesondere der Mittelstand einstellen: Wer sich mit Fragen der Finanzierung aktiv auseinandersetzt, schneidet bei Verhandlungen um Konditionen besser ab. Wer bei allen Entscheidungen über Investitionen und Finanzierung auch die Rückwirkungen auf die Bonität seines Unternehmens beachtet, sichert sich zugleich günstige Finanzierungskonditionen.

Bankinternes Rating

Eine hinreichende Kreditwürdigkeit ist Voraussetzung für eine Kreditvergabe einer Bank oder Sparkasse an einen Firmenkunden (bankinternes Rating).

Die Praxis des bankinternen Ratings wird sich durch Basel II verändern: Das neue Regelwerk für die Kreditinstitute sieht eine Risikoorientierung der aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalregeln vor. Im Zusammenhang mit der Neugestaltung wird auch das Verfahren der Bonitätsprüfung verändert: Zukünftig muss das bankinterne Rating der Kreditinstitute bestimmten Anforderungen genügen, die heute noch nicht von allen Kreditinstituten erfüllt werden.

Basel II hat auch Rückwirkungen auf die Firmenkunden der Kreditinstitute: Sie müssen sich darauf einstellen, Informationen über ihr Unternehmen und ihre geschäftlichen Aktivitäten in größerem Umfang und mit größerer Aktualität zu präsentieren, wenn sie einen Kredit beantragen.

Externes Rating

Das Umfeld für Unternehmensfinanzierung ist in einem grundlegenden Wandel begriffen: Während Banken im Firmenkreditgeschäft vorsichtiger geworden sind, wird der Zugang zu Märkten für Fremd- und Eigenkapital für mittelständische Unternehmen leichter.

In diesem Umfeld stellt ein Rating ein interessantes Instrument für mittelständische Unternehmen dar; denn es kann helfen, die Finanzierungskosten zu senken und neue Finanzierungsquellen zu erschließen. Darüber hinaus kann ein Rating helfen, das Unternehmensimage gegenüber Geschäftspartnern, Kunden und Mitarbeitern zu verbessern.

Bislang werden Ratings in Deutschland von einigen großen internationalen Agenturen angeboten. Kunden dieser Agenturen sind vor allem staatliche Emittenten und Großunternehmen, die ihren Finanzierungsbedarf an den nationalen und internationalen Kapitalmärkten decken. In der jüngsten Vergangenheit haben sich jedoch gleich mehrere Rating-Agenturen formiert, die sich mit ihrem Angebot an den Mittelstand wenden.

Im Folgenden finden Sie einige Links zu Rating-Agenturen. Bitte beachten Sie, dass der DIHK weder für die Vollständigkeit der Liste noch für die Qualität der dort aufgeführten Agenturen eine Gewähr übernehmen kann.

@rating (Paris/Mainz)
www.cofacerating.com

Creditreform Rating AG (Neuss)
www.creditreform-rating.de

Euler Hermes Rating GmbH
www.eulerhermes-rating.com

Forschungsgruppe Investor Relations TU Ilmenau (Ilmenau)
www.wirtschaft.tu-ilmenau.de

MAR Gesellschaft für Mittelstands- und Ärzterating mbH (Münster)
www.mar-rating.de

PSR Rating GmbH (Tübingen)
www.psr-rating.com

RS Rating Services AG (München)
www.rating-services.de

URA Unternehmens Ratingagentur AG (München)
www.ura.de

Vorteile des Ratings

Rating lohnt sich. Mittelständische Unternehmen, die sich dieser Bewertung unterziehen, können vor allem von geringeren Finanzierungskosten und einer Verbesserung ihres Images profitieren.

Bessere Fremdfinanzierungskonditionen

Zum einen kann ein Rating helfen, die Fremdfinanzierungskosten zu senken und / oder neue Finanzierungsquellen zu erschließen.

Insbesondere solche Unternehmen, denen die Konditionen für Kredite ihrer Hausbank nicht einsichtig erscheinen, können mit einem Rating ihre Verhandlungsposition gegenüber der Hausbank verbessern: Mit einem Rating verfügen sie über ein eigenes Zeugnis ihrer Kreditwürdigkeit und können damit die Bonitätsbeurteilung durch die Hausbank in Frage stellen.

Eine bessere Verhandlungsposition ergibt sich auch daraus, dass ein Wechsel zu einer anderen Bank leichter möglich wird, wenn einem Kreditantrag ein Rating beigefügt ist. Denn selbst dann, wenn eine Bank das Bonitätszeugnis einer Rating-Agentur nicht als Ersatz für eine eigene Kreditwürdigkeitsprüfung ansieht, wird die Bank gleichwohl eher geneigt sein, den Aufwand für die Prüfung eines Kreditantrag in Kauf zu nehmen, wenn sie bereits einen Hinweis auf eine gute Kreditwürdigkeit eines kreditnachfragenden Unternehmens vorliegen hat.

Ein Rating kann aber auch gegenüber Lieferanten, Versicherungen oder öffentlichen Förderinstitutionen von Nutzen sein, um die Finanzierungskonditionen zu verbessern. Nicht zuletzt können mittelständische Unternehmen mit einem Rating auch ganz neue Finanzierungsquellen erschließen: Möglicherweise lassen sich private Investoren finden, die bei Vorlage eines guten Ratings bereit sind, Mittel zur Verfügung zu stellen.

Und nicht zuletzt sind Aktien- und Anleihemärkte nicht länger nur für Großunternehmen eine interessante Finanzierungsquelle. Immer mehr Märkte öffnen sich für Unternehmen, die (noch) nicht zu den "global players" zählen, der Neue Markt in Deutschland ist für diese Entwicklung ein gutes Beispiel. Ein Rating kann ein erster Schritt sein, sich auf die höheren Anforderungen an die Transparenz des Unternehmens auf diesen Märkten einzustellen.

Verbesserung des Images des Unternehmens

Ein zweites wichtiges Argument für ein Rating kann die Verbesserung der Außendarstellung eines Unternehmens sein. Ein Rating ist zum einen ein prägnantes Gütesiegel, das auch ohne die Analyse umfangreicher Unternehmensinformationen (Jahresabschlüsse etcetera) einen Eindruck von dem betreffenden Unternehmen verschafft. Zum anderen demonstriert jedes Unternehmen Selbstbewusstsein, das sich einem solchen Beurteilungsverfahren durch externe, unabhängige Prüfer unterzieht. Dies wirkt positiv auf Kunden, Geschäftspartner und Mitarbeiter.

Insbesondere wenn es darum geht, neue Geschäftsbeziehungen zu begründen, kann ein Rating den entscheidenden Unterschied gegenüber einem Mitwettbewerber ausmachen: Wenn etwa ein Produzent einen hochspezialisierten Zulieferer sucht, ist bei der Auswahl eines Anbieters derjenige im Vorteil, der seine finanzielle Verlässlichkeit und Beständigkeit durch ein Rating belegen kann.

Kosten des Ratings

Ratings sind nicht billig, zumal die Aussagefähigkeit eines Ratings in der Regel auf ein Jahr begrenzt ist. Entscheidend für den Preis ist insbesondere die Größe des Unternehmens. Hinzu kommen die Aufwendungen des Unternehmens während des Rating-Verfahrens. Denn es ist nicht damit getan, der Rating-Agentur einige Unterlagen zuzuschicken. In der Regel erfordern die Prüfungen einen deutlich höheren Aufwand - bis hin zu Gesprächen mit der Unternehmensleitung.

Auch bei den Kreditinstituten ist allerdings die Prüfung der Kreditwürdigkeit von Unternehmen naturgemäß nicht kostenlos zu haben - zwar muss die Bonitätsprüfung nicht direkt bezahlt werden, jedoch spiegeln sich die Kosten in den Finanzierungskonditionen für einen Kredit wider. Anders als bei einer Kreditwürdigkeitsprüfung durch eine Bank profitieren die Unternehmen von den während des Rating-Verfahrens gewonnen Informationen über ihr Unternehmen und erhalten über die zu Tage tretenden Defizite Ansätze für Verbesserungen.

 

Leitfaden "Rating"

Wissenswertes rund ums Thema haben Bankenverband und DIHK in einem gemeinsamen Leitfaden zusammengstellt, der hier zum Download bereitsteht:
"Rating" (PDF, 143.3 kB)