Die wesentlichen Ergebnisse der DIHK-Konjunkturumfrage Frühsommer 2011
Wirtschaftslage
Die Wirtschaftskrise ist Vergangenheit. Die Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage sogar etwas besser als zum Höhepunkt des Booms 2007. Das Wachstum fußt auf größerer Basis. Die Exportwirtschaft kann sich weiterhin auf eine starke Auslandsnachfrage stützen. Hinzu kommt eine hohe Investitionstätigkeit der Unternehmen. Die Lageeinschätzung der Bauwirtschaft erreicht Werte wie seit dem Vereinigungsboom nicht mehr. Die – noch immer gute – Geschäftslage in etlichen Konsumbranchen wie dem Einzelhandel und dem Gastgewerbe verschlechtert sich hingegen etwas. Damit erfüllen sich ihre hohen Erwartungen aus der Vorumfrage nicht. Die Energie- und Rohstoffpreise erreichen nicht nur als Kostenfaktor für die Unternehmen schmerzliche Höhen, sie schränken auch die Konsummöglichkeiten der Verbraucher etwas ein.
Erwartungen
Der Aufschwung setzt sich kraftvoll fort. Die Unternehmen beurteilen ihre Geschäftsperspektiven so zuversichtlich wie im Boomjahr 2007 – dem bislang besten Wert in den letzten 20 Jahren. Die Sorgen um die In- und Auslandsnachfrage nehmen erneut ab. Das stützt die Hoffnung, dass die Wirtschaft weiter wächst. Der Optimismus der Industrie lässt auf hohem Niveau etwas nach, bleibt aber größer als in anderen Wirtschaftszweigen. Die schwungvolle Export- und Investitionsentwicklung unterstützt den Arbeitsmarkt weiter – das belebt auch die Erwartungen in der Konsumwirtschaft zunehmend. Einzelhandel und Gastgewerbe sind zuversichtlicher denn je. Die Binnenwirtschaft übernimmt mehr und mehr vom Auslandsgeschäft die konjunkturelle Stützungsfunktion. Mit der guten weltwirtschaftlichen Entwicklung steigt jedoch die Bedeutung der Energie- und Rohstoffpreise als Konjunkturrisiko. Der Fachkräftemangel spitzt sich hierzulande ebenfalls weiter zu.
Export
Die weltweite Nachfrage nach hochwertigen Investitionsgütern und effizienter Technologie "Made in Germany" ist weiterhin Garant für ein starkes Exportwachstum. Immer weniger Unternehmen befürchten Rückschläge im Auslandsgeschäft. Gleichwohl rechnen die Betriebe damit, dass die Zuwächse etwas geringer ausfallen. China und andere Boommärkte wirken Überhitzungsgefahren entgegen. Die Perspektiven auf dem europäischen Heimatmarkt sind durch das verhaltene Wachstum in etlichen Staaten eingeschränkt. Hinzu kommt eine gewisse Verunsicherung durch die Ereignisse in Japan und die politischen Umwälzungen im Nahen Osten und Nordafrika.
Investitionen
Die Investitionsabsichten der Unternehmen verbessern sich noch einmal leicht und erreichen ein neues Rekordniveau. Der Investitionsaufschwung erfasst die gesamte Breite der Wirtschaft und trägt erheblich zur positiven Entwicklung der Binnenkonjunktur bei. Neben der Industrie planen auch die eher binnenorientierten Wirtschaftszweige Dienstleistungen und Handel sowie der lange Zeit zurückhaltende Bau mit größeren Investitionsbudgets am Standort Deutschland. Die Investitionsabsichten der Unternehmen führen zu einem höheren Kapitalbedarf. Gleichzeitig verschlechtern sich aktuell die Finanzierungsbedingungen einiger Betriebe.
Beschäftigung
In nahezu allen Branchen stehen die Zeichen auf Personalaufbau. Industrie, Handel und Bau weisen so gute Beschäftigungspläne auf wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Allerdings bremst der Fachkräftemangel den Beschäftigungsaufbau spürbar. Betroffen sind zum Beispiel Zeitarbeit, Gesundheitswirtschaft, IT- und industrienahe Dienstleister, Baugewerbe sowie Maschinenbau. Alles in allem fällt die Arbeitslosigkeit in diesem Jahr auf durchschnittlich 2,8 Millionen – den niedrigsten Wert seit 20 Jahren.
Die kompletten Umfrageergebnisse finden Sie rechts zum Download.
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