Die wesentlichen Ergebnisse der DIHK-Konjunkturumfrage Jahresbeginn 2012
Wirtschaftslage
Die Stimmung in der Wirtschaft ist ungebrochen gut. Die tiefe Verunsicherung der Unternehmen vom Herbst schlägt sich zu Jahresbeginn 2012 nicht in der Geschäftslage nieder. Die Lagebewertung der Unternehmen hält das Rekordniveau der beiden Vorumfragen. Der private Konsum übernimmt immer mehr die konjunkturelle Stützfunktion. In den meisten Konsumbranchen zeigen sich die Lageurteile weiter verbessert. Auch die Investitionsbranchen profitieren von der insgesamt hohen Kapazitätsauslastung und nach wie vor von niedrigen Zinsen. So machen die Bauunternehmen kaum Abstriche bei ihrer guten Lagebewertung, im Maschinenbau verbessert sie sich sogar. Hingegen spüren einige andere wichtige Exportbranchen wie die Hersteller von Vorleistungsgütern die langsamere Gangart im Ausfuhrgeschäft zusehends. Insgesamt hält sich der Export auf hohem Niveau.
Erwartungen
Trotz der stabil guten Lage hält sich die merkliche Verunsicherung aus der Vorumfrage. Eine weitere Verschärfung bleibt aber aus. Die Unternehmen rechnen mit leichten zusätzlichen Impulsen vom Inland wie vom Ausland. Unter dem Strich blicken die Betriebe in Deutschland damit vorsichtig optimistisch auf 2012. Das gilt auch für die Industrie. Dabei verzeichnen Branchen, die recht früh auf konjunkturelle Änderungen reagieren wie Chemie und andere Vorleistungsgüterproduzenten, sogar eine leichte Verbesserung. Geteilt wird der verhaltene Optimismus von den Dienstleistern. Etwas skeptischer sind nach dem guten Vorjahr die traditionell eher zurückhaltende Bauwirtschaft und der Handel.
Export
Nach zwei überaus erfolgreichen Jahren wachsen die deutschen Exporte langsamer. Die Exporterwartungen der Unternehmen stabilisieren sich knapp unter dem Niveau des langjährigen Durchschnitts. Trotz des niedrigeren Wachstums deutet sich damit ein solides Expansionstempo 2012 an. Insbesondere die zurückhaltende Nachfrage aus der EU bremst die Ausfuhrperspektiven. Zwar haben etliche Staaten neben Sparmaßnahmen auch Reformen für mehr Wachstum eingeleitet, deren Effekte werden jedoch eher auf mittlere Sicht Früchte tragen. Impulse erhalten die Exportunternehmen weiterhin aus Asien und Lateinamerika sowie wieder aus den USA.
Investitionen
Das Investitionswachstum lässt insgesamt etwas nach. Gemessen am langjährigen Durchschnitt ist das Niveau aber weiterhin erfreulich hoch. Insbesondere die Industrie plant nach wie vor mit deutlich aufgestockten Investitionsbudgets, dies nicht zuletzt dank niedriger Zinsen und insgesamt guter Finanzierungsbedingungen. Auch die eher binnenorientierten Wirtschaftszweige Dienstleistungen und Handel bleiben unter dem Strich expansiv. Allerdings zeigt sich der Bau etwas zurückhaltender. Insgesamt verdeutlicht das Investitionsbild die Zuversicht der Unternehmen und erweist sich weiterhin als eine Stütze der Binnenkonjunktur.
Beschäftigung
Die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen bleibt auf hohem Niveau. Erneut gewinnt der Fachkräftemangel für die Betriebe als Geschäftsrisiko an Bedeutung. Für mehr als jedes dritte Unternehmen ist es schwierig, geeignete Fachkräfte für die offenen Stellen zu finden. Für das Jahr 2012 erwartet der DIHK ein Plus bei der Erwerbstätigkeit von einer Viertelmillion. Im Gegensatz zu fast allen anderen europäischen Ländern sinkt die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland weiter. Der DIHK rechnet für das Jahr 2012 mit rund 2,8 Millionen Arbeitslosen – der geringste Wert seit der Wiedervereinigung und etwa 150.000 weniger als im Vorjahr.
Die kompletten Umfrageergebnisse finden Sie rechts zum Download.
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