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Industriereport 2016/2017: Stimmung bleibt gedämpft

Flaches Wachstum in herausforderndem Umfeld

Das verarbeitende Gewerbe bewertete seine Lage und seine Perspektiven Ende 2016 zurückhaltender als die deutsche Wirtschaft insgesamt. Das geht aus einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages hervor, der die Antworten von nahezu 6.000 Industriebetrieben zugrunde liegen.

Cover DIHK-Industriereport 2014

"Am aktuellen Aufschwung der deutschen Binnenwirtschaft kann die Industrie nur bedingt teilhaben", bedauerte der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Volker Treier. "Während Baugewerbe und Dienstleister ihre Geschäftslage so gut wie noch nie einschätzen, bleibt die Stimmung in der Industrie gedämpft", fasste er die Ergebnisse des DIHK-Industriereports 2016/2017 zusammen.

Als wichtigen Grund nannte er die Belastungen durch das flaue Außengeschäft, die für international tätige Betriebe spürbar würden: "Die Exporterwartungen der Industrie liegen weit unter dem langjährigen Durchschnitt der Umfrage", so Treier. "Vor allem der Fahrzeug- und der Maschinenbau sehen wenige außenwirtschaftliche Lichtblicke."

Der US-Dollar sei zwar zuletzt spürbar gestiegen, sodass deutsche Exporte billiger würden, das reiche jedoch nicht aus, um den Ausfuhren echten Schwung zu verleihen: "Mehr als zwei Prozent Exportwachstum sind daher auch 2017 nicht drin", sagte Treier. "Dahinter steckt auch, dass der Welthandel insgesamt in einer Schwächephase steckt – die ihre Ursachen im aufkeimenden Protektionismus und in einer recht mageren Weltkonjunktur hat." Eine nachhaltige Besserung werde durch politische und wirtschaftliche Krisen in wichtigen Weltregionen verhindert.

Besonders groß seien die Sorgen um die Nachfrage bei den Investitionsgüterherstellern, berichtete der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer, denn: "Dort schwächelt auch die Binnennachfrage: Die Investitionen in neue Maschinen, Anlagen oder Fahrzeuge sind in Deutschland im dritten Quartal 2016 zum zweiten Mal in Folge gesunken."

Wenn auch die Vorzeichen für das Endquartal 2016 wieder besser gewesen seien, bleibe angesichts des schwierigen außenwirtschaftlichen Umfelds fraglich, wann diese Investitionsrezession in Deutschland wirklich zu Ende gehe.

"Die avisierten Änderungen im Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz und im Erneuerbare-Energien-Gesetz belasten den überwiegenden Teil der Industrie – und insbesondere den energieintensiven industriellen Mittelstand", führte Treier einen weiteren Grund für die zurückhaltende Stimmung an.

Unternehmen mit Stromverbräuchen über einer Gigawattstunde müssten "zunehmend tiefer in die Tasche greifen, um ihre Stromrechnung zu bezahlen – Geld das für Investitionen fehlt", gab er zu bedenken. "Diese Betriebe stehen ganz überwiegend im internationalen Wettbewerb. Die Sorgen der Industrie um die Energie- und Rohstoffpreise nehmen dementsprechend zu, zumal gleichzeitig auch die Weltmarktpreise wieder steigen."

Eine positive Überraschung stellen laut Treier hingegen die Beschäftigungspläne im Verarbeitenden Gewerbe dar. Der Umfrage zufolge planen etwa die Hersteller von Konsumgütern wie Lebensmitteln, Möbeln oder Pharmaprodukten, zusätzlich Personal einzustellen.

"Nachdem die Industrie in den letzten fünf Jahren bereits über 350.000 neue Stellen geschaffen hat, plant sie weiterhin expansiv", so Treiers Resümee. "2017 dürfte es zu einem Plus von zumindest 30.000 Arbeitsplätzen kommen. Die Sorgen der Betriebe um die Fachkräftesicherung steigen allerdings auch – beachtliche 40 Prozent der Unternehmen beklagen mittlerweile einen Fachkräftemangel." Gleichzeitig erziele das Geschäftsrisiko "steigende Arbeitskosten" mit 39 Prozent fast seinen bisherigen Höchststand von 40 Prozent.

Sie finden die kompletten Umfrageergebnisse rechts oben zum Download. Dort ist auch die Vorgängererhebung abrufbar.