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Workshop zum elektronischen Siegel in Berlin

Rückblick auf die Veranstaltung vom 7. März 2016

Im Vorfeld der EU-weiten Einführung des "elektronischen Siegels" für juristische Personen Mitte 2016 hatten das vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag koordinierte Forum elektronische Vertrauensdienste und das  Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) einen Workshop in Berlin organisiert.

Rund 100 Teilnehmer informierten sich am 7. März in den Räumen des BMWi über die Anwendungsmöglichkeiten des elektronischen Siegels in Unternehmen und Behörden.

Dabei waren sich Referenten und Teilnehmer einig, dass das Instrument den elektronischen Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen untereinander und zwischen Unternehmen und der öffentlichen Hand einfacher, verbindlicher und sicherer machen wird.

Auch im Bereich der Kammern finden sich zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten. Denn wenn eine Behörde oder eine Firma ein Dokument elektronisch siegelt, ist sie als Absender des Dokuments dauerhaft erkennbar, und die Daten sind gleichzeitig vor unbemerkten Veränderungen geschützt. Elektronische Siegel funktionieren also ähnlich wie eine elektronische Signatur, beziehen sich aber immer auf eine juristische und nicht auf eine natürliche Person.

So werden Prozesse, die bis dato ungesichert und mit hohem Betrugspotenzial durchgeführt wurden, auf eine verlässliche Basis gestellt – etwa der elektronische Versand von Bewerbungsunterlagen oder der geschäftliche E-Mail-Verkehr.

Zum anderen ermöglichen die elektronischen Siegel die rechtssichere elektronische Abwicklung von Verfahren, die zuvor noch an die Papierform gebunden waren, etwa den Versand von Behördenbescheiden oder von Kontoauszügen.

Den gesetzlichen Rahmen für die elektronischen Siegel schafft die EU-Verordnung über elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste, kurz "eIDAS-Verordnung". In Deutschland gilt sie ab dem 1. Juli 2016. Konkrete Einsatzszenarien regelt die eIDAS-Verordnung allerdings nicht, dies bleibt den EU-Mitgliedstaaten überlassen.

Damit sich die elektronischen Siegel erfolgreich im deutschen Behörden- und Geschäftsalltag etablieren und auch für grenzüberschreitende Vorgänge angewendet werden, gilt es, Handhabung und Preis attraktiv für die Anwender zu gestalten.

Darüber hinaus ist vor allem der deutsche Gesetzgeber gefragt, in Einzelgesetzen konkrete Anwendungsszenarien für elektronische Siegel zu ermöglichen, gerade im öffentlich-rechtlichen Bereich. Erst dann können die erheblichen Potenziale des elektronischen Siegels umfassend gehoben werden.

In der Veranstaltung skizzierten zahlreichen Experten ihre Perspektive auf das Thema. Hier ein Auszug und die jeweiligen Vortragsunterlagen:

Dr. Gisela Meister, Giesecke & Devrient GmbH und Moderatorin des Forum elektronische Vertrauensdienste, das unter Schirmherrschaft des DIHK die Interessen der deutschen Anwender, Vertrauensdiensteanbieter und staatlichen Institutionen bündelt:
"Für elektronische Siegel kann ich mir zahlreiche Anwendungsfelder – auch über den klassischen Bereich eines Amts- oder Firmenstempels hinaus – vorstellen. So bietet die technische Infrastruktur auch Möglichkeiten, die Kommunikation zwischen Maschinen im Internet der Dinge oder die Abwicklung elektronischer Zahlungsvorgänge über cloudbasierte Dienste sicherer und verbindlicher zu machen."
Vortrag Meister (PDF, 1.2 MB)

Sabine Maass, BMWi, Referat Rechtsrahmen digitale Dienste, Medienwirtschaft
zum Stand der Anpassung des nationalen Rechts an die eIDAS-Verordnung:
Vortrag Maass (PDF, 146.1 kB)

Arno Fiedler, Nimbus Technologieberatung GmbH, Mitglied von ETSI/ESI:
"Die Digitalisierung in Wirtschaft und Verwaltung bringt großen Nutzen, führt aber zu einer Zunahme an Identitätsmissbräuchen, auch in Bezug auf Organisationsidentitäten. Die Anwendung elektronischer Siegel wird bei angemessenem Sicherheitsniveau und hoher Nutzerfreundlichkeit viele Barrieren abbauen, die einer vertrauenswürdigen Digitalisierung und dem harmonisierten europäischen Binnenmarkt bisher entgegenstanden."
Vortrag Fiedler (PDF, 343.0 kB)

Dr. Kim Nguyen, Geschäftsführer der Bundesdruckerei-Tochter D-Trust GmbH:
"Qualifizierte Siegel entsprechen in ihrer Nutzung dem Dienstsiegel einer Behörde oder Organisation: Technisch verhalten sie sich wie die sogenannte Qualifizierte Elektronische Signatur, sie sind allerdings nicht mehr an eine natürliche Person gebunden, sondern nur noch an eine juristische Person. Die Vorteile des elektronischen Siegels, wie die Beseitigung von Medienbrüchen, werden sich in Verwaltung und Privatwirtschaft durchsetzen."
Vortrag Nguyen (PDF, 543.3 kB)

Herbert Leitold, A-SIT, Zentrum für sichere Informationstechnologie – Austria:
"In Österreich ist die elektronische Signatur breit eingesetzt, dies wird künftig auch für elektronische Siegel gelten. Etwa ist jede schriftliche Ausfertigung einer Behörde elektronisch signiert, selbst wenn sie herkömmlich auf Papier zugestellt wird. Es handelt sich hier um über eine Million elektronische Signaturen / Siegel pro Monat. Weitere Anwendungsgebiete sind der Dokumentenaustausch mit Gerichten, Archive von Notaren und Rechtsanwälten, oder die elektronische Signatur von Bundesgesetzblättern selbst."
Vortrag Leitold (PDF, 1.5 MB)

Christoph Sutter, TÜV Informationstechnik GmbH:
"Die CEN TC224 Arbeitsgruppe WG17 arbeitet an Sicherheitsanforderungen in Form von Common Criteria Schutzprofilen (Protection Profiles), die zur Prüfung und Zertifizierung von qualifizierten Signatur- und Siegelerstellungseinheiten für Fernsignaturen verwendet werden können. Mit den Fernsignaturen verbindet sich die Hoffnung, dass die Hürde zur Erstellung von qualifizierten Signaturen und Siegeln verringert wird und deren europaweite Nutzung stark zunehmen wird."
Vortrag Sutter (PDF, 343.8 kB)

Clemens Wanko, TÜV Informationstechnik GmbH:
"Vertrauensdienste müssen ab dem 1. Juli 2016 zur Erreichung des Qualitätsstatus 'qualifiziert' nach eIDAS-VO eine erfolgreiche Konformitätsbewertung nachweisen. Für qualifizierte Vertrauensdiensteanbieter in Deutschland sind die Rahmenbedingungen hierfür in allen wesentlichen Bereichen definiert. Bestehende qualifizierte Zertifizierungsdiensteanbieter nach SigG werden ihren Status für die heute von ihnen betriebenen Dienste in die neue eIDAS-Welt mitnehmen. Für die Prüfung neuer Dienste nach eIDAS ab 1. Juli 2016 können Konformitätsbewertungen ab sofort begonnen werden."
Vortrag Wanko (PDF, 832.8 kB)