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"Netzwerk"-Unternehmen bilden trotz Krise Geflüchtete aus

Aktuelle Umfrageergebnisse zeigen ungebrochenes Engagement
Ein junger Mann arbeitet unter Anleitung eines anderen an einem Metallcontainer

Die Nordluft Wärme- und Lüftungstechnik GmbH & Co. KG bildete Geflüchtete zur Fachkraft für Metalltechnik aus

© NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge / Markus Braumann

Wie ist es in der Corona-Pandemie um die Ausbildung von Geflüchteten bestellt? Eine aktuelle Umfrage des Netzwerks Unternehmen integrieren Flüchtlinge unter seinen Mitgliedsunternehmen zeigt, dass die wenigsten dieser Betriebe ihr Engagement wegen der Krise herunterfahren.

An der Online-Befragung des Netzwerks hatten sich 410 der rund 2.600 Mitgliedsbetriebe beteiligt, zum Großteil kleine und mittelständische Unternehmen. 53 Prozent von ihnen bilden weiterhin Menschen mit Fluchthintergrund aus. Darüber hinaus beschäftigen mittlerweile fast vier von zehn der Unternehmen geflüchtete Menschen auch als Fachkräfte. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Anteil damit um 10 Prozentpunkte auf 37 Prozent; im Vergleich zu 2016 (18 Prozent) hat er sich damit gut verdoppelt.

Fast alle erfolgreichen Azubis werden übernommen

Dies dürfte auch damit zusammenhängen, dass 54 Prozent der Befragten im Netzwerk von erfolgreichen Ausbildungsabschlüssen unter den Geflüchteten berichten. 97 Prozent dieser Betriebe übernahmen ihre ehemaligen Azubis dann auch als Fachkraft.

Bei der Prüfungsvorbereitung bewährten sich nach Angaben der Unternehmen vor allem der Kontakt zu anderen Azubis, etwa in Form von Lerngruppen (64 Prozent), ein Mentoring innerhalb des Betriebes (60 Prozent) oder die Unterstützung durch staatliche Förderangebote wie ausbildungsbegleitende Hilfen oder die Assistierte Ausbildung (49 Prozent).

Pragmatische Lösungen in der Krise

44 Prozent der Umfrageteilnehmer sehen Geflüchtete stärker von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen als die Belegschaft ohne Fluchthintergrund. Dies begründen sie etwa damit, dass eine rein digitale Kommunikation sprachliche Missverständnisse zusätzlich befördere, dass Behörden schwerer zu erreichen seien und dass schlichtweg die technische und räumliche Ausstattung für das mobile Arbeiten fehle.

Für Geflüchtete in Ausbildung finden Betriebe aber größtenteils auch in dieser Situation praxistaugliche Lösungen. Dazu zählen etwa die Digitalisierung von Inhalten oder die Arbeit in Kleingruppen. Jeder dritte Befragte hat nach eigenen Angaben aktiv den Austausch mit der Berufsschule gesucht, um Lerninhalte abzusprechen. Und nur 7 Prozent der befragten Unternehmen geben an, als Folge der Corona-Pandemie weniger Geflüchtete auszubilden.

Die kompletten Umfrageergebnisse mit vielen weiteren Details gibt auf der Website des Netzwerks Unternehmen integrieren Flüchtlinge

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Katharina Reiche Projektreferentin Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge

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Thomas Renner Pressesprecher | Chef vom Dienst