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"Protektionismus-Krise belastet den deutschen Außenhandel"

Volker Treier zum handelspolitischen Umsetzungsbericht der EU
Ein leeres Frachtschiff verlässt einen Hafen

Bleiben künftig immer mehr Frachtschiffe leer?

© bugto / Moment / Getty Images

In ihrem handelspolitischen Umsetzungsbericht zeigt die Europäische Kommission auf, wie die EU mit Handelsabkommen und anderen Maßnahmen gegen Handelshemmnisse rund um den Globus vorgeht. Ein nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) enorm wichtiges Thema.

"Die weltweite Protektionismus-Krise belastet den deutschen Außenhandel. Das spüren die international aktiven deutschen Unternehmen ganz deutlich in ihren Geschäften", kommentiert DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier den "Report on Implementation and Enforcement of EU Trade Agreements" vom 27. Oktober. "Gerade im Handel mit China, Indien, Russland oder auch der Türkei sind bürokratische Nachweispflichten auf der Tagesordnung."

Treier verweist auf die jüngsten DIHK-Umfragen, in denen jedes zweite deutsche Unternehmen mit Auslandsgeschäft über neue Handelshemmnisse durch Zölle oder andere Barrieren klagt. Im Ergebnis bedrohten weiter zunehmende Produktionsengpässe, längere Lieferzeiten sowie höhere und weiter steigende Kosten die erfolgreiche deutsche Außenwirtschaft.

Für wirtschaftliche Offenheit einstehen

"Eine nahezu dramatische Entwicklung, wenn man bedenkt, dass hierzulande jeder vierte Job vom Welthandel abhängt – in der Industrie ist es sogar jeder zweite Arbeitsplatz", warnt der DIHK-Außenwirtschaftschef. Gerade mit Blick auf eine wirtschaftlich souveränere Europäische Union gelte es jetzt umso mehr, für wirtschaftliche Offenheit einzustehen und diese deutlich einzufordern.

"Für viele Unternehmen hat die EU in den letzten Jahren durch Abkommen beispielsweise mit Japan und Kanada die Geschäfte erleichtert", erinnert Treier. "Weitere ehrgeizige Abkommen, etwa mit Mercosur, Indonesien oder Indien bieten jetzt die Chance, mehr für die Wirtschaft zu erreichen und gleichzeitig Lieferketten zu diversifizieren. Darüber hinaus muss deutlich eingefordert werden, dass europäische Unternehmen im Ausland dieselben Zugänge haben wie ausländische Unternehmen hierzulande."

Nutzung der Abkommen erleichtern

Klar sei zudem, so der DIHK-Außenwirtschaftschef weiter, "dass die EU-Handelsagenda sich stärker um die Umsetzung der Abkommen kümmern muss. Dabei müssen gerade unbürokratische Zollregeln und ein voll funktionsfähiger EU-Ursprungsrechner auf den Tisch, um auch kleinen und mittelständischen Unternehmen die Nutzung der Abkommen zu erleichtern."

Der "Report on Implementation and Enforcement of EU Trade Agreements" ist abrufbar auf der Website der EU-Kommission.

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Mann im Haus der Deutschen Wirtschaft
Klemens Kober Referatsleiter Handelspolitik, transatlantische Beziehungen und EU-Zollfragen

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Susanne Schraff Pressesprecherin