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Aussichten im UK-Geschäft "weiterhin trüb"

DIHK-Außenwirtschaftschef Treier wirbt für Geschlossenheit der EU
Dunkelfarbige Hände halten eine Plastiktüte und eine britische 10-Pfund-Banknote

Der Wechselkurs des britischen Pfundes schwankte zuletzt stark

© Bloomberg Creative Photos / Getty Images

Der Zuwachs, den die deutschen Exporte in das Vereinigte Königreich in den ersten acht Monaten dieses Jahres erzielt haben, beruht zum Großteil auf Preiseffekten. Darauf hat jetzt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hingewiesen. Das Geschäft mit UK bleibe unsicher.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes legten die Ausfuhren von Deutschland nach Großbritannien von Januar bis August 2022 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um nominal 14,6 Prozent zu. Gleichzeitig stiegen jedoch die Außenhandelspreise im Vorjahresvergleich um 15,5 Prozent. In der Rangfolge der wichtigsten Handelspartner Deutschlands belegte das Vereinigte Königreich 2021 noch Platz zehn – nach Rang fünf im Jahr 2016.

Volker Treier gestikulierend

Volker Treier

© DIHK / Werner Schuering

"Im UK-Geschäft sind die Aussichten der deutschen Wirtschaft weiterhin trüb", fasste DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier die Lage auf Medienanfrage zusammen.

"Auch der erstmal seit Jahren wieder nominal gestiegene Export in das Vereinigte Königreich ist nur ein Zeichen für die enorm aufgetürmten Kosten, welche die Unternehmen versuchen, weiterzuwälzen." Dies sei "alles andere als eine Trendwende im deutsch-britischen Handel zum Guten".

Brexit bewirkt weiterhin Unsicherheit

Vielmehr sorge nach wie vor der Brexit für Planungs- und Rechtsunsicherheit bei international aktiven deutschen Unternehmen. "Insbesondere die mittelständische Wirtschaft sieht sich von der neu aufkommenden Regelungsdichte belastet", berichtete Treier. "Auch die britischen Pläne zum Abweichen von EU-Regeln und Standards etwa im Datenschutz, bei Lebensmitteln oder in der Chemie erhöhen ganz konkret die Kosten und die Unsicherheit für deutsche Unternehmen im UK-Geschäft."

Umso mehr müsse "die EU hier weiter geschlossen und entschlossen agieren und die europäischen Wirtschaftsinteressen verteidigen", mahnte der DIHK-Außenwirtschaftschef. "Hierfür sollte die deutsche Bundesregierung gemeinsam mit den anderen EU-Staaten einstehen."

Zusätzliche Verwirrung durch Finanzpolitik

Hinzu kämen "das Beben und die Verwirrung in den Kapitalmärkten und der britischen Wirtschaft insgesamt", so Treier weiter, "ausgelöst durch zunächst angekündigte, dann teils zurückgenommene Konjunktur- und Steuerpakete."

Die damit verbundenen Wechselkursschwankungen verstärkten die Unsicherheiten in den deutsch-britischen Geschäftsbeziehungen. "Die deutsche Außenwirtschaft befindet sich ohnehin angesichts der globalen Krisen in einem schwierigen Fahrwasser", bilanzierte der DIHK-Außenwirtschaftschef. "Reduzierte Planbarkeit im Geschäft mit Großbritannien, einem unserer wichtigsten Handelspartner, kommt jetzt leider noch hinzu."

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Carolin Herweg Referatsleiterin Internationale Konjunktur und Unternehmensbefragungen

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Petra Blum Pressesprecherin