Pfadnavigation

Bald weniger Ursprungszeugnisse für das Türkei-Geschäft nötig

DIHK und Eurochambres setzten sich für Entschärfung der Zollverordnung ein
LKW-Kontrolle

Alle Papiere in Ordnung? Bei Warenlieferungen in die Türkei könnte das künftig einfacher werden

© Monty Rakusen / Cultura / Getty Images

Eine gute Nachricht für die Unternehmen zum Jahresende: Die Türkei verlangt ab dem 1. Januar 2021 Ursprungszeugnisse nur noch für Waren, die handelspolitischen Maßnahmen wie etwa Anti-Dumping-Bestimmungen unterliegen. Damit ist die bisherige Regelung vom Tisch, die auf einer nicht näher definierten "Risikobewertung" basierte.

Bei Einfuhren aus der EU hatte die Türkei seit Anfang 2018 zusätzlich zu einem Nachweis über die Zollfreiheit im bilateralen Warenverkehr – der sogenannten A.TR-Bescheinigung – verstärkt die Vorlage von Ursprungszeugnissen gefordert. Die Vorgaben galten zunächst nur für bestimmte Produkte, wurden später in der Praxis allerdings auf fast alle Waren ausgeweitet.

Zuletzt deutlich mehr Ursprungszeugnisse

Vor diesem Hintergrund erhöhte sich die Zahl der beantragten Ursprungszeugnisse in den vergangenen zwei Jahren merklich. Allein die deutschen Industrie- und Handelskammern werden 2020 voraussichtlich mehr als 200.000 Ursprungszeugnisse nur für Exporte in die Türkei ausgestellt haben – ein enormer bürokratischer Aufwand sowohl für die Unternehmen als auch für die Kammern.

Neue Regelung präzisiert die Anforderungen

Mit der am 10. Dezember 2020 in türkischer Sprache im offiziellen Amtsblatt Nr. 31330 veröffentlichten Änderung der Zollverordnung hat die Türkei die bisherige Formulierung angepasst. Die Pflicht zur Vorlage von Ursprungszeugnissen wird auf Waren eingegrenzt, die handelspolitischen Maßnahmen unterliegen.

Die bisherige Formulierung machte die Vorlage eines Ursprungszeugnisses von einer unpräzisen "Risikoprüfung" seitens der türkischen Behörden abhängig. Dies hatte in der Praxis dazu geführt, dass Unternehmen für nahezu alle Sendungen Ursprungszeugnisse beantragten, um mögliche Probleme zu vermeiden.

DIHK und Eurochambres traten in Brüssel für Vereinfachungen ein

Für die Präzisierung der Vorschriften hatte sich der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) gemeinsam mit dem europäischen Kammerdachverband Eurochambres wiederholt bei der EU-Kommission eingesetzt, insbesondere im Marktzugangsausschuss der Generaldirektion Handel.

Kontakt

Porträtbild Steffen Behm, Referatsleiter Zoll
Steffen Behm Referatsleiter Zoll

Kontakt

Porträtfoto Thomas Renner
Thomas Renner Pressesprecher | Chef vom Dienst