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Beim Ausbau erneuerbarer Energien endlich den Turbo zünden!

DIHK-Präsident Adrian warnt aber vor Einbußen bei der Wettbewerbsfähigkeit
Solaranlage und Windrad im Schnee

Der Ausbau der "Erneuerbaren" in Deutschland muss mehr Fahrt aufnehmen

© adege / Pixabay

Dass die Stromgewinnung aus Wind- oder Sonnenenergie zeitnah deutlich ausgebaut werden soll, hält Peter Adrian, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), für richtig. Jedoch solle Sorge getragen werden, dass hiesige Betriebe aufgrund hoher Energiepreise nicht schließen oder abwandern.

Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien müsse in den kommenden acht Jahren hierzulande mehr als verdoppelt werden, kommentiert Adrian das von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck am gestrigen Montag vorgestellte Klima-Sofortprogramm. "Deshalb ist es richtig, beim Ausbau erneuerbarer Energien endlich den Turbo zu zünden", sagt der DIHK-Präsident. "Dafür brauchen wir eine Schubumkehr: weniger Bürokratie und viel mehr Tempo bei den Planungs- und Genehmigungsverfahren."

Viele Betriebe bereits auf dem Weg zur Klimaneutralität

Dabei verweist er auf das bereits erhebliche Engagement der hiesigen Wirtschaft: "Die Unternehmen drücken beim Klimaschutz aufs Tempo. Mehr als ein Drittel der Betriebe will das Ziel der Klimaneutralität 2030 oder früher erreichen – so unser jüngstes IHK-Energiebarometer. Weitere 15 Prozent wollen das bis 2040 schaffen."

Allerdings bekomme das die Wirtschaft in der Breite nur unter zwei Bedingungen hin: "Entscheidend ist, dass die Unternehmen zum einen genügend grünen Strom haben. Zum anderen dürfen Unternehmen auf ihrem Weg zur Klimaneutralität durch zu hohe Energiepreise nicht ihre Wettbewerbsfähigkeit verlieren und letztlich vom Markt verschwinden oder zumindest Deutschland verlassen müssen."

Planungs- und Genehmigungsverfahren müssen schneller werden

Damit die Erzeugung grünen Stroms den wachsenden Bedarf auch decken kann, müssen nach seiner Einschätzung Planungs- und Genehmigungsverfahren deutlich beschleunigt werden. "Die Genehmigung eines Windparks dauert in Deutschland noch immer im Schnitt zwei Jahre, vielerorts wie in Hessen mit 40 Monaten auch deutlich länger."

Statt auf eine deutliche Ausweitung der EEG-Förderung zu setzen, brauche der förderfreie Ausbau von Windrädern und Photovoltaik-Parks aber vor allem mehr Wohlwollen. "Denn dieser Markt mit vielen guten deutschen Anbietern legt gerade rasant an Tempo zu. Die Bundesregierung ist deshalb gut beraten, hier auf bessere Rahmenbedingungen zu setzen, statt ihn mit starren Förderbedingungen faktisch auszutrocknen."

Unternehmen brauchen Entlastung bei den staatlichen Zusatzkosten

Angesichts der hohen Strom-, Gas- und CO2-Preise leide die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland, so der DIHK-Präsident. Dieses Geld fehle den Betrieben dann für Investitionen – gerade auch in den betrieblichen Klimaschutz. "Die Unternehmen brauchen daher jetzt eine Entlastung bei den hohen staatlichen Zusatzkosten", betont er.

Zusätzlich sei auch ein internationaler CO2-Preis entscheidend, um energieintensive Produktion am Standort Deutschland zu halten, so Adrian. "Hier sollte die Bundesregierung genauso rasch handeln wie bei den erneuerbaren Energien."

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Porträtbild Dr. Sebastian Bolay, Referatsleiter Energiepolitik | Strommarkt | erneuerbare Energien
Dr. Sebastian Bolay Referatsleiter Energiepolitik, Strommarkt, erneuerbare Energien

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Porträtbild Petra Blum, Pressesprecherin
Petra Blum Pressesprecherin