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Berufliche Bildung setzt immer stärker auf Nachhaltigkeit

Dercks: Viele Berufe werden noch attraktiver, neue Angebote in der Entwicklung
Zwei Menschen mit Warnweste stehen auf der Treppe eines Windrades

Industriemechaniker beispielweise können an Windkraftanlagen ebenso arbeiten wie im Stahlwerk

© aydinmutlu / E+ / Getty Images

Die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit verändern sämtliche Bereiche des Wirtschaftens. Sie berühren damit alle Berufe und gewinnen entsprechend in der Aus- und Weiterbildung immer stärker an Gewicht, darauf weist der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hin.

Aktuell können sich junge Menschen in Deutschland zwischen 324 Ausbildungsberufen entscheiden. Eine explizite duale "Energiewende"-Ausbildung zählt nicht dazu. Vielmehr geht es in allen Angeboten um die Frage, wie nachhaltiger gewirtschaftet werden kann – und damit um die betrieblichen Aspekte von Umweltschutz, Energieeffizienz oder Ressourcenverbrauch.

"Ein Industriemechaniker arbeitet beispielsweise in Betrieben unterschiedlicher Branchen – im Windradbau ebenso wie in anderen klassischen Industriezweigen", erläutert der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks. "Und auch in kaufmännischen Berufen spielt natürlich im Rahmen der Beschaffung die Nachhaltigkeitsperspektive eine wachsende Rolle."

Umwelttechnische Berufe werden novelliert

Porträtbild Dr. Achim Dercks, stellvertretender DIHK-Hauptgeschäftsführer

Achim Dercks

© DIHK / Paul Aidan Perry

Aktuell werde die Ausbildung in den vier umwelttechnischen Berufen – "Fachkraft für Abwassertechnik", "Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft", "Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice" und "Fachkraft für Wasserversorgungstechnik" – novelliert, berichtet Dercks. "Diese Berufe werden damit noch attraktiver werden."

Doch auch in der Höheren Berufsbildung gebe es zielgerichtete Weiterbildung für die anstehenden Chancen und Herausforderungen: "So beherrscht der geprüfte Industriemeister Chemie den Produktionsablauf für technische Gase, somit auch für Wasserstoff." Als weitere Beispiele nennt er Zusatzqualifikations-Prüfungen der Industrie- und Handelskammern (IHKs) im Bereich KfzHochvolttechnik. "Diese wurden bereits vor einigen Jahren entwickelt."

Zertifikatslehrgänge für konkrete Qualifizierungsbedarfe

Um die wirtschaftliche Transformation in Richtung Nachhaltigkeit erfolgreich gestalten zu können, seien auch Qualifizierungsangebote in der beruflichen Weiterbildung notwendig, stellt der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer klar. "Impulse aus den IHKs zeigen insbesondere Qualifizierungsbedarf in den Themen Wasserstoff, Elektromobilität und CO2-Bilanzierung und -Reduzierung."

Daher entwickle die DIHK-Bildungs-gGmbH derzeit gemeinsam mit Fachexperten neue bundeseinheitliche IHK-Zertifikatslehrgänge zu diesen Themen, konkret die "Fachkraft für Wasserstoffanwendungen (IHK)", den "Spezialist für Elektromobilität (IHK)" und den "CO2-Specialist (IHK)".

Und: "Mit dem vom Bundesbildungsministerium geförderten IHK-Management-Training Nachhaltig erfolgreich Führen und dem bundeseinheitlichen IHK-Zertifikatslehrgang CSR-Manager (IHK) gibt es bereits ein bestehendes Zertifikatsangebot, das regional von den IHKs angeboten wird."

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Jana Heiberger Referatsleiterin Berufsorientierung, Berufsschule, MINT-Förderung

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Thomas Renner Pressesprecher | Chef vom Dienst