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Der Industrie droht ein Rezessionswinter

Konjunkturexperte Zenzen zu Produktion und Auftragseingang im Oktober
Fabrikhalle ohne Menschen

Viele Betriebe haben ihre Fertigung gedrosselt

© Westend61 / Getty Images

Die jüngsten Zahlen zu Produktion und Auftragseingang in der deutschen Industrie lassen trotz der wieder entspannteren Lieferketten-Situation wenig Raum für Optimismus. Als Risikofaktoren nennt DIHK-Konjunkturexperte Jupp Zenzen Energiepreise, Inflations- und Rezessionsangst.

Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Oktober 2022 gegenüber September preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,1 Prozent gesunken und im Vorjahresvergleich kalenderbereinigt unverändert geblieben.

Fertigung tritt auf der Stelle, ...

Damit trete die Industrieproduktion "trotz nachlassender Materialengpässe auf der Stelle", kommentiert Jupp Zenzen die Entwicklung. "Besonders die energieintensiven Unternehmen drosseln ihre Produktion erneut." Gründe seien – das belege die DIHK-Herbst-Konjunkturumfrage – die hohen Gas- und Strompreise.

"Lediglich die Hersteller von Investitionsgütern können die Entspannung in den Lieferketten für eine Ausweitung der Produktion nutzen", so der DIHK-Konjunkturexperte. "Insgesamt bleiben die Aussichten auch angesichts der langfristigen Entwicklung der Auftragseingänge pessimistisch."

... Order-Eingang schwächelt

Denn auch bei den Orders stimmt der Trend nicht zuversichtlich, obwohl der Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe laut Statistischem Bundesamt im vergangenen Oktober gegenüber dem Vormonat preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,8 Prozent gestiegen ist. Im Vergleich zu Oktober 2021 verzeichneten die Statistiker kalenderbereinigt einen realen Rückgang von 3,2 Prozent.

"Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe schwächeln auf längere Sicht und liegen deutlich niedriger als im Vorjahr", resümiert Zenzen. "Zwar führen steigende Bestellungen aus dem Ausland aktuell zu einer Stabilisierung, aber die Auftragseingänge im Inland nehmen immer weiter ab."

Die hohe Inflation und die Angst vor einer Rezession sorgten hierzulande für Kauf- und Investitionszurückhaltung bei Verbrauchern und Unternehmen, erklärt der DIHK-Konjunkturexperte. Seine Befürchtung: "Der Industrie droht ein Rezessionswinter."

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Dr. Jupp Zenzen Referatsleiter Konjunktur, Wachstum, Unternehmensbefragungen

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Thomas Renner Pressesprecher | Chef vom Dienst