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Deutsche Unternehmen setzen auf US-Investments

Volker Treier: Bilaterale Handelshemmnisse abbauen
Kfz-Montagestraße mit Robotern

Die Vor-Ort-Produktion etwa von Kraftfahrzeugen wird in den USA deutlich begünstigt

© Glowimages / Getty Images

Investitionen in den USA gewinnen nach Informationen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) für deutsche Betriebe an Attraktivität. Ein wichtiger Grund dafür sind die Subventionen und zum Teil diskriminierenden Maßnahmen, mit denen die US-Regierung Unternehmen vor Ort bevorzugt.

Volker Treier am Geländer 2022

Volker Treier

© DIHK / Werner Schuering

"In einem schwierigen außenwirtschaftlichen Umfeld bauen die deutschen Unternehmen ihr Engagement in den USA merklich aus", berichtet DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier unter Bezugnahme auf den AHK Business Outlook Herbst 2022, eine Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen der Deutschen Auslandshandelskammern (AHKs).

Demnach seien die Investitionspläne deutscher Betriebe in den Vereinigten Staaten expansiver als in vielen anderen Weltregionen, so Treier: "39 Prozent der Unternehmen in den USA wollen in den kommenden Monaten höhere Investitionen tätigen, lediglich 17 Prozent verringern (Saldo 22). Weltweit planen im Schnitt zwar immerhin 32 Prozent mit höheren Investitionen, aber 23 Prozent mit geringeren (Saldo 9)."

Dass der US-amerikanische Markt für deutsche Unternehmen attraktiver werde, berichteten auch die deutsch-amerikanischen Handelskammern von ihren Standorten, so Treier weiter: "Dort mehren sich die Ankündigungen für Investitionen, insbesondere dort wo Clusterstrukturen der Automobilindustrie vorhanden sind."

Energiekosten werden entscheidender Standortfaktor

Auch die aktuelle DIHK-Konjunkturumfrage zeige, dass in der deutschen Kfz-Zulieferindustrie jedes fünfte Unternehmen insbesondere wegen der in Deutschland besonders gestiegenen Energiepreise plane, Produktion im Ausland aufzubauen. "Die Höhe der Energiepreise wird damit zu einem entscheidenden Standortfaktor", stellt der DIHK-Außenwirtschaftschef fest: "Während laut AHK World Business Outlook in der Eurozone 57 Prozent der Unternehmen in hohen Energiepreisen ein Geschäftsrisiko sehen, sind es in den USA lediglich 22 Prozent."

Ein weiterer wichtiger Pluspunkt der USA: Der Ausbau von Wertschöpfung wird laut Treier "in den Vereinigten Staaten derzeit in hohem Maße begünstigt – zum Teil auch in diskriminierender Art und Weise": Zu den Instrumenten einer "eindeutigen Industriepolitik" gehörten der Inflation Reduction Act mit Beihilfen zum Vorteil von Wertschöpfung in den USA, die großen Infrastrukturprogramme auch zur Elektrifizierung der USA sowie der Chips-Act.

Neue US-Steueranreize gelten nur für die Produktion vor Ort

Treier: "Ganz aktuell sind viele Unternehmen hierzulande besorgt über neue US-Steueranreize im Automobil- und Umweltbereich, die nur für die Produktion in den USA gelten und somit deutsche Firmen diskriminieren und laut Experten klar gegen WTO-Recht verstoßen. Der Abbau von bilateralen Handelshemmnissen ‒ inklusive Zöllen ‒ und der Einsatz für Handelserleichterungen wären angesichts der geopolitischen Umbrüche dabei gerade für kleine und mittelständische Unternehmen von großer Bedeutung."

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Carolin Herweg Referatsleiterin Internationale Konjunktur und Unternehmensbefragungen

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