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Deutscher Handel mit Südkorea profitiert vom EU-Abkommen

Nach zehn Jahren positive Bilanz, aber auch Optimierungspotenzial
Geschäftsmann blickt aus dem Fenster auf Seoul

Blick auf Seoul: Korea bietet deutschen Unternehmen nach wie vor gute Aussichten

© Will & Deni McIntyre / Corbis Documentary / Getty Images

Rundes Jubiläum für einen erfolgreichen Vertrag: Am 1. Juli 2011 trat das Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Südkorea in Kraft. Eine Bilanz nach zehn Jahren zeigt: Das Abkommen hat die Handelsbeziehungen gestärkt und das Korea-Geschäft auch für deutsche Unternehmen geöffnet. Doch es gibt auch Modernisierungsbedarf.

Das EU-Abkommen mit Korea war das erste der neuen Generation – die beispielsweise Nachhaltigkeitskapitel umfassen – und auch das erste seiner Art mit einem asiatischen Land.

Es brachte unter anderem eine weitgehende Abschaffung von Zöllen für Ursprungswaren der beteiligten Länder oder auch Marktzugang in den Bereichen Dienstleistungen und Investitionen. Zudem entfielen dank der stärkeren regulatorischen Kooperation zwischen der EU und Korea kostspielige Prüf- und Zertifizierungsverfahren.

Trotz hoher Komplexität erhebliche Handelszuwächse

In Folge ist der bilaterale Handel seit 2011 um 50 Prozent auf jährlich über 110 Milliarden Euro gestiegen, der Dienstleistungshandel hat sogar um 86 Prozent auf 20 Milliarden Euro pro Jahr zugelegt.

Es gibt jedoch aus Sicht der Wirtschaft auch Verbesserungsbedarf. So sind etwa die Ursprungs- und Zollbestimmungen teilweise sehr komplex, sodass insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen vielfach auf die Nutzung der Vorteile des Abkommens verzichten.

REX & Co. könnten die Akzeptanz beim Mittelstand erhöhen

Erleichterung würde es deutschen Unternehmen zum Beispiel bringen, den Nachweis des "Ermächtigten Ausführers" durch eine einfache Erklärung zum Ursprung als "Registrierter Ausführer" (REX) zu ersetzen, das Direktbeförderungsprinzip abzuschaffen sowie auch reparierte Waren zolltariflich zu begünstigen.

Deutschland ist mit einem bilateralen Handelsvolumen von 29,1 Milliarden Euro (2020) innerhalb der EU der mit Abstand wichtigste Handelspartner für Korea. Umgekehrt ist die Republik Deutschlands drittwichtigster Exportmarkt in Asien.

AHK Korea bietet seit 40 Jahren Unterstützung

Rund 500 deutsche Unternehmen mit etwa 100.000 Beschäftigten sind vor Ort aktiv, und seit 40 Jahren gibt es eine Auslandshandelskammer (AHK), die sich für alle Belange zur Stärkung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen einsetzt. Potenzial für eine vertiefte Zusammenarbeit sieht sie auch in Zukunft unter anderem in den Bereichen Mobilität, Gesundheit, Erneuerbare Energien, Infrastruktur oder Industrie (4.0).

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Mann im Haus der Deutschen Wirtschaft
Klemens Kober Referatsleiter Handelspolitik, transatlantische Beziehungen und EU-Zollfragen

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Porträtfoto Vera Philipps
Vera Philipps Referatsleiterin Ostasien (Greater China, Japan, Korea) | APA: Korea, Taiwan