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Deutschland ist attraktiv für polnische Investoren

AHK Polen stellt aktuelle Umfrageergebnisse vor
Umfrage AHK Polen

Lars Gutheil (r.) präsentierte die Umfrageergebnisse gemeinsam mit Volker Treier und Julia Fellinger in Berlin

© DIHK / Jens Schicke

Trotz schlechter konjunktureller Prognosen bleibt Deutschland für internationale Investoren aus Polen ein bevorzugter Standort. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Konjunkturumfrage der deutschen Auslandshandelskammer im Nachbarland unter polnischen Tochterunternehmen.

Der Untersuchung zufolge wollen 80 Prozent der auf dem deutschen Markt aktiven polnischen Firmen Investitionsausgaben erhöhen oder beibehalten. Jeder fünfte Investor rechnet mit einer Steigerung seiner Beschäftigtenzahl. Weit überwiegend sprechen für den Standort Deutschland sein Zugang zu neuen Märkten sowie die Möglichkeit, die eigene Betriebsgröße zu erhöhen.

"Deutschland hat sich in den vergangenen zwölf Monaten für polnische Investoren als solider und attraktiver Markt profiliert, der sogar unter den aktuell schwierigen Rahmenbedingungen weiterhin Perspektiven bietet", sagt Lars Gutheil, Hauptgeschäftsführer der Deutsch-Polnischen Industrie- und Handelskammer (AHK Polen).

So wollen 79,4 Prozent der polnischen Tochterfirmen im laufenden Jahr ihre Investitionsausgaben in Deutschland erhöhen oder beibehalten. Ebenso rechnen fast 80 Prozent damit, dass 2022 die Umsätze gleich bleiben oder steigen.

Pluspunkte Zahlungsmoral und Infrastruktur

Die Investoren schätzen bei ihrem westlichen Nachbarn insbesondere die Zahlungsmoral sowie die gute Infrastruktur. "Vor allem aber ist Deutschland für viele polnische Investoren ein Sprungbrett in die Welt", so Gutheil. "Von hier aus lassen sich globale Märkte besser erschließen, auch dank der Zusammenarbeit mit deutschen Partnern." 

Nicht alle Faktoren werden dabei gleichermaßen gut bewertet. So sorgen sich fast 30 Prozent der Befragten um die Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeiter, ebenso viele halten das Arbeitskostenniveau in Deutschland für zu hoch. Auch bei der Steuerlast sowie dem Zugang zu Fördergeldern schneidet Deutschland bei polnischen Unternehmern eher mittelmäßig ab. Jeweils weniger als 20 Prozent bewerten diese Felder mit gut oder sehr gut. Dennoch würden sich sieben von zehn Investoren wieder für den Standort Deutschland entscheiden. Als dringendste "Baustellen" betrachten die Investoren eine Senkung der Energiekosten sowie einen besseren Zugang zu qualifizierten Arbeitskräften.

Wichtig, die Einschätzung der Nachbarn zu kennen

Volker Treier erklärend 2022

Volker Treier

© DIHK / Werner Schuering

Als "äußerst wertvoll" bezeichnet Volker Treier, Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), die Einschätzung der polnischen Unternehmen. "Deutschland profitiert von ausländischen Investitionen und ist gut beraten, auf seine wichtigen Wirtschaftspartner zu hören", so Treier. "Gerade die langjährige enge deutsch-polnische Kooperation auf beiden Seiten der Grenze hat sich in diesen Krisenzeiten in der Wirtschaft noch verfestigt."

Aus der Perspektive des wichtigsten Nachbarn im Osten von den Vor- und Nachteilen des Standorts Deutschland zu erfahren, habe deshalb für den DIHK besondere Relevanz. Der DIHK setze sich mit wirtschaftspolitischen Empfehlungen dafür ein, den Standort Deutschland in Europa und der Welt attraktiver zu machen.  

Bilateraler Außenhandel um fast ein Fünftel gestiegen

Aktuell sind über 1.500 polnische Firmen in Deutschland aktiv, die meisten davon in Berlin. Sie stützen sich auf ein solides Netzwerk bilateraler Wirtschaftsbeziehungen. So erreichte der deutsch-polnische Außenhandel im vergangenen Jahr einen Wert von 147,1 Milliarden Euro und damit einen Zuwachs von fast 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Polen ist heute der fünftgrößte Handelspartner Deutschlands. "Die Bedeutung dieser Beziehung dürfte in den kommenden Jahren noch zunehmen", so Treier. Dafür spreche, dass beide Länder ähnliche Tendenzen und Interessen aufwiesen. "Vor dem Hintergrund neuer Lieferketten und gesamteuropäischer Entwicklungen wie der Energiewende, der Elektromobilität und Digitalisierung verfolgen Unternehmen in beiden Ländern sehr ähnliche Konzepte." Dies führt nach Worten des DIHK-Außenwirtschaftschefs "auch in den kommenden Jahren zu wertvollen Synergien".  

Alle Zahlen aus der Umfrage "Deutschland in der Bewertung polnischer Unternehmen" finden Sie zum Download auf der Website der AHK Polen.

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Dr. Sara Borella Referatsleiterin West- und Mitteleuropa

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Julia Fellinger Pressesprecherin