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DIHK: Fairer Ausgleich zwischen Gasversorgern und -kunden nötig

Peter Adrian zur Ausrufung der Alarmstufe im Notfallplan Gas
Gasleitung Fabrik

Die Unternehmen sind angesichts der verschlechterten Gasversorgungslage in allerhöchster Sorge

© Monty Rakusen / Image Source / Getty Images

Vor dem Hintergrund der gekürzten Gaslieferungen aus Russland und des weiterhin hohen Preiseniveaus hat die Bundesregierung am 23. Juni die Alarmstufe im Notfallplan Gas ausgerufen. Für die Unternehmen ist vor allem wichtig, dass sie von dem Preisanpassungsmechanismus, den das Energiesicherungsgesetz ermöglichen würde, vorerst keinen Gebrauch macht.

DIHK-Präsident Peter Adrian

Peter Adrian

© DIHK / Werner Schuering

"Zwar ist die Versorgung mit Gas kurzfristig noch gesichert, dennoch sind die Unternehmen über die Branchen hinweg in allerhöchster Sorge", kommentiert Peter Adrian, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), die Lage. "Es ist gut, dass die Bundesregierung die Weitergabe der höheren Gaspreise an die Kunden trotz bestehender Verträge aktuell nicht ermöglicht und selbst inzwischen die großen Nachteile eines solchen Verfahrens sieht."

Bei den unvermeidbaren Kostenbelastungen müsse jetzt "ein fairer Ausgleich zwischen den Gasversorgern und den Gaskunden geschaffen werden", betont Adrian. "Sonst besteht die Gefahr, dass insbesondere Unternehmen in der energieintensiven Industrie ihre Produktion einstellen und in der Folge Insolvenzen drohen."

Belastung der Wirtschaft nimmt täglich zu

Neun von zehn Industriebetrieben bezeichneten die hohen Energiepreise in der aktuellen DIHK-Konjunkturumfrage schon jetzt als großes Geschäftsrisiko, so der DIHK-Präsident. "Zudem laufen immer mehr Verträge mit niedrigen Gaspreisen aus. Damit wächst die Belastung der Wirtschaft jeden Tag ohnehin weiter."

Letztlich träfen die höheren Preise auch die Verbraucher. Nach den Rückmeldungen aus den Unternehmen sähen sich drei Viertel der Betriebe schon jetzt gezwungen, die gestiegenen Kosten an ihre Kunden weiterzugeben. Viele Branchen hätten dazu aber keine oder nur begrenzte Möglichkeiten, gibt Adrian zu bedenken. 

Jetzt gemeinsam alles tun, um Gas zu sparen

Sein Appell: "Angesichts dieser dunklen Wolken müssen wir nun gemeinsam alles tun, um für den Winter Gas einzusparen. Die Pläne der Bundesregierung, Gaseinsparungen in der Industrie zu belohnen, sind richtig. Sie müssen nun aber rasch an den Start gehen. Außerdem sollte es den Unternehmen erlaubt werden, kurzfristig von Gas auf Heizöl oder Kohle umzusteigen. Dem stehen bislang aber noch umweltrechtliche Vorschiften im Weg. Auch sollten die staatlichen Notfallzahlungen kurzfristig auf gasintensive Betriebe ausgeweitet werden."

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Porträtbild Dr. Sebastian Bolay, Referatsleiter Energiepolitik | Strommarkt | erneuerbare Energien
Dr. Sebastian Bolay Bereichsleiter Energie, Umwelt, Industrie

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Porträtbild Petra Blum, Pressesprecherin
Petra Blum Pressesprecherin
Frostbedeckte Gas-Pipeline in Russland

Mehr Infos zum Notfallplan Gas

Bereits am 30. März hatte die Bundesregierung die Frühwarnstufe zum Notfallplan Gas in Kraft gesetzt. Was bedeutet der Plan für die Unternehmen in Deutschland, und welche Schritte können folgen? Hier gibt es Details zu den insgesamt drei Stufen.