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DIHK: Wettbewerbsfähigkeit der Industrie droht zu erodieren

Konjunkturexperte Zenzen zu Produktion und Auftragseingang
Mann und Frau stehen in einer ziemlich leeren Werkhalle und blicken auf eine Liste

In vielen Industriebetrieben weisen die Orderbücher empfindliche Lücken auf

© nortonrsx / iStock / Getty Images Plus

Auch im Oktober hat sich die Situation für die deutsche Industrie nicht entspannt. Jupp Zenzen, Konjunkturexperte der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), sieht keine Anhaltspunkte für eine Trendwende.

Für die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Oktober meldet das Statistische Bundesamt einen saison- und kalenderbereinigten Rückgang um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat September. Im Vergleich zu Oktober 2022 gab es ein Minus von kalenderbereinigt 3,5 Prozent.

"Zum fünften Mal in Folge ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe gesunken", konstatiert Jupp Zenzen. "Das ist nicht nur der längste Rückgang seit 2008, sondern auch der niedrigste Stand seit der Pandemie. Eine Trendwende ist nicht in Sicht."

Nicht nur die energieintensive Industrie verzeichne Rückgänge, auch die Baubranche werde durch das hohe Zinsniveau und den Fachkräftemangel gebremst. Zudem zeige der jüngste DIHK-Innovationsreport deutlich, "dass das schwierige wirtschaftspolitische Umfeld die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie zu erodieren droht".

Aufträge weiter im Abwärtstrend

Auch bei den Bestellungen setze sich der Abwärtstrend fort, so Zenzen weiter. So sank der preisbereinigte Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im Oktober im Vergleich zu September saison- und kalenderbereinigt um 3,7 Prozent und gegenüber dem Vorjahresmonat kalenderbereinigt um 7,3 Prozent.

"Das gestiegene Zinsniveau, hohe Energiepreise, Fachkräftemangel und eine überbordende Bürokratie spiegeln sich deutlich in der Investitionszurückhaltung und der abnehmenden Nachfrage nach Industriegütern hierzulande wider", erläutert der DIHK-Konjunkturexperte die Entwicklung. "Auch die Aufträge aus dem Ausland bleiben angesichts der geopolitischen Unsicherheiten und gedämpften Weltkonjunktur weiter auf einem niedrigen Niveau." Angesichts der negativen Auftragsentwicklung drohe der Industrie auch im kommenden Jahr eine Rezession.

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Porträtfoto Dr. Jupp Zenzen
Dr. Jupp Zenzen Referatsleiter Konjunktur, Wachstum, Unternehmensbefragungen

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Sven Ehling Pressesprecher | Visuelle Kommunikation