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Durststrecke in der Industrie setzt sich fort

Produktion und Auftragseingang weiter im Rückwärtsgang
Fabrikarbeiter lehnt ohne Helm an einer Maschine und blickt nachdenklich

Die Flaute im Produzierenden Gewerbe hält an

© nortonrsx / iStock / Getty Images Plus

Wie bereits in den Vormonaten lassen auch die Mai-Zahlen zu Produktion und Auftragseingang in der Industrie nicht auf einen baldigen Aufschwung hoffen. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) fordert ein "positives Aufbruchsignal".

Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes lag die Produktion im Produzierenden Gewerbe im vergangenen Mai preis-, saison- und kalenderbereinigt um 2,5 Prozent unter dem Niveau des Vormonats April und um 6,7 Prozent unter dem Stand von Mai 2023.

Neuer Dämpfer für die Produktion

"Die Industrieproduktion erhält einen neuen Dämpfer und fällt auf den niedrigsten Wert seit der Corona-Pandemie im Sommer 2020", bedauert DIHK-Außenwirtschaftsexpertin Melanie Vogelbach. "Vor allem der Maschinenbau und die Automobilindustrie verzeichnen erhebliche Rückgänge."

Eine schlechte Auftragslage treffe auf ungünstige Rahmenbedingungen, erläutert Vogelbach: "Personalengpässe, nach wie vor hohe Kosten, beispielsweise für Energie, und bürokratische Hürden bremsen die Industrie aus. Auch von der robusten Weltkonjunktur profitiert die deutsche Industrie derzeit nicht."

Auftragseingang sinkt zum fünften Mal in Folge

Schließlich setzt sich nach ihren Worten "auch die Durststrecke bei den Auftragseingängen im Verarbeitenden Gewerbe fort": Die sind laut Statistischem Bundesamt im Mai 2024 gegenüber dem Vormonat April preis-, saison- und kalenderbereinigt um 1,6 Prozent zurückgegangen. Gegenüber Mai 2023 sank der Auftragseingang um 8,6 Prozent.

Dies sei im Vormonatsvergleich "bereits der fünfte Rückgang in Folge", warnt die DIHK-Außenwirtschaftsexpertin. Bei den Unternehmen sei trotz der stabilen Weltkonjunktur noch kein Zuwachs von Auslandsorders spürbar. "Auch die Bestellungen aus dem Inland kommen nicht in Fahrt", berichtet sie unter Verweis auf die genannten strukturellen Faktoren.

Mit einem baldigen Aufschwung sei "erst einmal nicht zu rechnen", so Vogelbach. "Dringender denn ja braucht die Industrie jetzt ein positives Aufbruchssignal."  

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Dr. Jupp Zenzen Referatsleiter Konjunktur, Wachstum, Unternehmensbefragungen

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Sven Ehling Pressesprecher | Visuelle Kommunikation