Pfadnavigation

Elektronische Ursprungszeugnisse der IHKs knacken Millionenschwelle

Digitales Verfahren spart Exportunternehmen Zeit und Geld
Container-Terminal Hongkong bei Nacht

Für viele Geschäfte im internationalen Warenverkehr sind Ursprungszeugnisse hilfreich

© xPACIFICA / Stone / Getty Images

Die Corona-Krise hat auch die Digitalisierung im internationalen Handel beschleunigt: So stellen die 79 Industrie- und Handelskammern (IHKs) in diesem Jahr erstmals mehr als 1 Million Waren-Ursprungszeugnisse elektronisch aus. Die Rekordzahl ist nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) bereits mit dem November erreicht worden.

Für das Gesamtjahr geht der DIHK von rund 1,15 Millionen elektronischen Ursprungsdokumenten aus. "Das digitale Verfahren spart den Unternehmen Zeit und Geld", kommentiert DIHK-Hauptgeschäftsführungsmitglied Ilja Nothnagel die Entwicklung. "Es ermöglicht gerade unter Corona-Bedingungen eine flexible Handhabe bei den Exporten."

Schon 2020 beliebter als das analoge Verfahren

Seit einigen Jahren steigt die Zahl elektronischer Ursprungszeugnisse im Welthandel immer weiter an. Die Corona-Pandemie hat diesen Trend noch verstärkt. Schon im letzten Jahr wurden mehr als 920.000 Dokumente elektronisch ausgestellt – und damit erstmals mehr als im analoge Verfahren.

Die IHKs bieten ihren Exportunternehmen hierzu eine verbesserte IT-Anwendung an. Die Digitalisierung federt so einen Teil des bürokratischen Mehraufwands bei internationalen Handelsgeschäften ab, der häufig durch die Regelungen der Exportländer entsteht.

Indikator auch für Handelshürden

Handelspolitische Ursprungszeugnisse sind ein Indikator des Welthandels und spiegeln Handelskonflikte, Zölle und Sanktionsregime genauso wider wie die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie. Denn sie geben nicht nur an, woher ein Produkt kommt. Durch Nachweis des Warenursprungs können Ursprungszeugnisse auch dabei helfen, Zölle zu vermeiden oder einen besseren Marktzugang ermöglichen.

"Viele Ursprungszeugnisse sind aktuell leider auf den globalen Trend zu mehr Handelshürden, zum Beispiel in Form von Anti-Dumping- oder Ausgleichszöllen, zurückzuführen", so Nothnagel.

Kontakt

Porträtbild Steffen Behm, Referatsleiter Zoll
Steffen Behm Referatsleiter Zoll
Päckchen mit UK-Flagge und Corona-Maske liegen auf dem Boden eines Warenlagers

DIHK-Außenwirtschaftsreport 2021

Details zur Entwicklung bei den Warenbegleitpapieren zeigt auch der aktuelle DIHK-Außenwirtschaftsreport. Er basiert auf einer Umfrage unter den IHKs mit ihren mehr als 500.000 Kontakten zu auslandsaktiven Mitgliedsunternehmen und bündelt Informationen über die erfassten Dokumente für den Güterverkehr.