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EU-Beitrittskandidat Ukraine braucht konkrete Unterstützung

Treier: Jetzt auch die wirtschaftliche Stabilisierung in den Blick nehmen
Kommissionspräsidentin von der Leyen und der ukrainische Präsident Selenskyj stehen an Pulten vor EU- und Ukraine-Flaggen

Bereits beim Treffen von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit Präsident Wolodymyr Selenskyj in Kiew war es um die Kandidatur der Ukraine gegangen

© Europäische Union, 2022

Der EU-Gipfel verständigte sich am gestrigen 23. Juni in Brüssel darauf, der Ukraine den Status eines EU-Beitrittskandidaten zu gewähren. Deutsche Betriebe können beim Wiederaufbau des Landes helfen – benötigen hierfür aber Risikoschutz, wie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) betont.

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Volker Treier

© DIHK / Paul Aidan Perry

Die in Brüssel getroffene Entscheidung bringt nach Worten von DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier "einen neuen formellen Rahmen auch für die Zukunft der bilateralen Handelbeziehungen".

Die Ukraine brauche aber schon jetzt konkrete wirtschaftliche Unterstützung, um die Produktion vor Ort sowie die Versorgung der Bevölkerung aufrechtzuerhalten. Treier: "Basis hierfür sind die Unternehmen, die vor dem Krieg in der Ukraine aktiv waren – und bislang durchhalten konnten oder ihre Arbeit wieder aufgenommen haben. Sie können dazu beitragen, den wirtschaftlichen Schaden möglichst gering zu halten und den Wiederaufbau vorzubereiten."

Das aktuell drängendste Problem sieht er darin, "dass sowohl beim Handel als auch bei Investitionen vor Ort am Versicherungsschutz beziehungsweise an der Risikoabsicherung fehlt". Beschaffung und Importe aus der Ukraine in die Europäische Union seien weiterhin unbeschränkt möglich, würden allerdings durch den fehlenden Risikoschutz verhindert.

Der DIHK-Außenwirtschaftschef ist überzeugt: "Ohne einen zusätzlichen Risikoschutz wird in der nahen Zukunft kein deutsches oder europäisches Unternehmen in der Ukraine einkaufen. Das betrifft auch die Absicherungen von Investitionen für die Produktion von Gütern vor Ort für den lokalen Markt, die im Land knapp verfügbar sind."

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Freya Lemcke Bereichsleiterin DIHK Brüssel

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Katharina Wittke Referatsleiterin Ost- und Südosteuropa, Zentralasien

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Susanne Schraff Pressesprecherin