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EZB-Entscheid lässt auf Zinswende in 2024 hoffen

Wansleben: Weiter steigende Finanzierungskosten wären "wenig hilfreich"
Zentrale der Europäischen Zentralbank mit der Euro-Plastik im Vordergrund

Die EZB in Frankfurt verzichtet auf weitere Zinserhöhung

© AndresGarciaM / iStock / Getty Images Plus

Dass die Europäische Zentralbank (EZB) nach zuvor zehn Leitzins-Anhebungen ein zweites Mal in Folge eine Zinspause eingelegt hat, bezeichnet Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), als "gute Nachricht für die Unternehmen in Deutschland".

Martin Wansleben gestikulierend am Mikrofon

Martin Wansleben

© DIHK / Jens Schicke

Weiter steigende Finanzierungskosten wären angesichts der gegenwärtigen Investitionsflaute weder strukturell noch konjunkturell hilfreich, so Wansleben.

"Der EZB-Entscheid geht auch mit Blick auf die Preissteigerungsraten in Ordnung: Zwar ist die Kerninflationsrate mit 3,8 Prozent immer noch deutlich über dem Zielwert von 2 Prozent, aber die Entwicklungen der vergangenen Monate zeigen in die richtige Richtung."

Insofern hofften viele Unternehmen, dass 2024 sogar mit Zinssenkungen zu rechnen sei und die aktuell schwierige Lage wieder von der monetären Seite belebt werden könne, berichtet der DIHK-Hauptgeschäftsführer.

Leitzinssenkung im kommenden Jahr?

"Allerdings dürfen die erwarteten Stimuli nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in Deutschland viele strukturelle Aufgaben gibt, die die Geldpolitik nicht lösen kann", gibt er zu bedenken. "Dazu gehörten neu vorgesehene Energiekostensteigerungen, die viele gerade auch mittelständische Unternehmen und insbesondere die Logistik- und Speditionsbranche stark treffen dürften."

Deshalb müssten die Fragen eines wettbewerbsfähigen Steuersystems, einer verlässlichen und kostengünstigen Energieversorgung sowie das Gelingen einer ambitionierten grünen Transformation der Wirtschaft insgesamt beherzter angepackt werden.

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Dr. Jan Greitens Referatsleiter Unternehmensfinanzierung

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Petra Blum Pressesprecherin