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Förderstopp für energieeffizientes Bauen schadet Planungssicherheit

Wansleben: Unternehmen benötigen Rückhalt aus der Politik
Fassadensanierung: Baugerüst an mehrstöckigem Haus

Vele Sanierungsprojekte stehen derzeit auf der Kippe

© Bilanol / iStock / Getty Images Plus

Zu große Nachfrage: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat Anfang der Woche die Förderung für energieeffiziente Gebäude vorläufig gestoppt. Nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) könnte dies zu massiven Liquiditätsengpässen bei Bauwilligen führen.

"Der unvermittelte Stopp der Förderprogramme für energieeffizientes Bauen und Sanieren schwächt die Planungssicherheit der Betriebe erheblich", sagt DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben.

Manche Projekte werden vielleicht nicht mehr realisiert

Das betreffe insbesondere diejenigen Betriebe, die darauf vertraut hätten, dass das Programm wie angekündigt bis Ende Januar laufe, und deshalb nach erheblichen Vorarbeiten gerade ihren Antrag stellen wollten, erläutert Wansleben. "Betroffen sind aber auch diejenigen, die bereits Anträge gestellt haben, auf Zuteilung warten und nun womöglich leer ausgehen. Wer energetisch bauen wollte, dem droht nun ein massiver Liquiditätsengpass, manche Projekte werden vielleicht nicht mehr realisiert."

Neue Förderrichtlinien rasch veröffentlichen!

Laut DIHK-Energiewendebarometer befasst sich jedes dritte befragte Unternehmen mit energetischem Bauen und Sanieren. Die Bereitschaft der Unternehmen, energieeffizient zu bauen oder zu sanieren, solle weiter unterstützt werden, gibt der DIHK-Hauptgeschäftsführer zu bedenken.

"Die Bundesregierung sollte schnellstmöglich die angekündigten Lösungsvorschläge und neuen Förderrichtlinien veröffentlichen, um den Klimaschutz im Gebäudebereich voranzubringen. Denn die Unternehmen wollen und müssen ihre Projekte schnellstmöglich umsetzen können."

Investoren brauchen Planungssicherheit

Angesichts des Handlungsbedarfs brauchen die Betriebe laut Wansleben verlässliche Rahmenbedingungen, aber auch eine berechenbare Förderpolitik – beim Thema Energiewende, aber nicht nur da. "Ich verweise auch auf den Antragsstopp beim ZIM, dem wichtigsten Innovationsförderprogramm für kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland."

Wer Investitionen tätigt, braucht Planungssicherheit – mehr als über ein paar Wochen hinaus. Die Unternehmen benötigen in dieser schwierigen Transformationsphase Rückhalt aus der Politik.

DIHK-Haupgeschäftsführer Martin Wansleben

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Dr. Sebastian Bolay Bereichsleiter Energie, Umwelt, Industrie

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