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Industrieproduktion tritt "bedenklich" auf der Stelle

DIHK-Konjunkturexperte Zenzen zur Lage im Verarbeitenden Gewerbe
Mann und Frau stehen in einer ziemlich leeren Werkhalle und blicken auf eine Liste

Der Auftragseingang bleibt das Sorgenkind vieler Industriebetriebe

© nortonrsx / iStock / Getty Images Plus

Zwar hat die deutsche Industrieproduktion im April wieder etwas zugelegt. Doch gerade mit Blick auf die sinkenden Auftragseingänge sieht der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) für das Verarbeitende Gewerbe vorerst keine Erholung.

Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Produktion der hiesigen Industrie im April gegenüber März 2022 saison- und kalenderbereinigt um 0,7 Prozent gestiegen; im Vergleich zum Vorjahresmonat April 2021 ergab sich jedoch einen Rückgang von kalenderbereinigt 2,2 Prozent.

Weiterhin deutlich unter Vorkrisenniveau

"Die Industrieproduktion tritt auf der Stelle", kommentiert DIHK-Konjunkturexperte Jupp Zenzen diese Zahlen. "Das ist bedenklich. Vom Vorkrisenniveau sind die Unternehmen weiterhin deutlich entfernt."

Ein Aufholen ist nach Zenzens Einschätzung "vorerst nicht in Sicht", denn: "Aufgrund der Lieferengpässe und gestiegenen Preise ist es für viele Betriebe kaum möglich, ihre Bestellungen voll abzuarbeiten." Zu den produktionsseitigen Schwierigkeiten geselle sich nun eine geringere Nachfrage. "Zwar sind aktuell die Orderbücher noch gefüllt", so der DIHK-Konjunkturexperte, "aber die Auftragseingänge sinken bereits den dritten Monat in Folge".

Auftragseingang seit Februar im Rückwärtsgang

So hatte das Statistische Bundesamt für den Auftragseingang im April einen saison- und kalenderbereinigten Rückgang um 2,7 Prozent gegenüber dem Vormonat März gemeldet. Im Vergleich zu April 2021 sank das Ordervolumen im Verarbeitenden Gewerbe kalenderbereinigt um 6,2 Prozent.

Jupp Zenzen sieht angesichts des fortgesetzten Abwärtstrends bei den Auftragseingängen "große Verunsicherung" in der Wirtschaft: "Eine sich abkühlende Weltkonjunktur, anhaltende Lieferkettenprobleme und steigende Preise dämpfen die Nachfrage nach Industriegütern, insbesondere von Kunden aus dem Ausland", schildert er die Lage. "Angesichts der hohen Energie- und Rohstoffpreis stehen auch die Betriebe hierzulande vor großen Herausforderungen. Das führt insgesamt zur Zurückhaltung bei den Bestellungen, besonders von Investitionsgütern."

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Dr. Jupp Zenzen Referatsleiter Konjunktur, Wachstum, Unternehmensbefragungen

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Thomas Renner Pressesprecher | Chef vom Dienst