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Norwegen und Deutschland wollen Energiedialog vertiefen

DIHK-Präsident empfängt norwegischen Ministerpräsident Gahr Støre
Die Panelisten des norwegisch-deutschen Energiedialoges am 19. Januar 2022

Gemeinsame Energieprojekte erörterte der norwegische Ministerpräsident (4. v. l.) mit DIHK-Präsident Adrian (5. v. l.) und weiteren Panelisten

© DIHK / Jens Schicke

Seine Bereitschaft zum intensiveren Dialog mit der deutschen Wirtschaft hat der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre bei einer Podiumsdiskussion mit Vertretern von Unternehmen, Verbänden und Politik heute in Berlin bekräftigt.

Vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Lage in Osteuropa stehe Norwegen Deutschland auch weiterhin als stabiler Gaslieferant zur Seite, versicherte der Regierungschef des skandinavischen Landes. Gahr Støre wies allerdings darauf hin, dass eine signifikante Erhöhung der Liefermenge und damit ein Ersatz der Lieferungen aus Russland kurzfristig nicht umsetzbar sei.

Die Relevanz einer engen wirtschaftlichen Kooperation zwischen Norwegen und Deutschland insbesondere im Energiebereich hob Peter Adrian, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), hervor. Ins gleiche Horn stieß auch Patrick Graichen, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, der bestätigt, dass es an der Zeit sei, die nächsten vertiefenden Schritte in der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Norwegen zu gehen.

Zu Wort in der Podiumsdiskussion kamen ebenfalls Holger Lösch (BDI), Sopna Sury (RWE Generation SE) sowie Erika Bellmann (Umweltorganisation Bellona). Sie betonten die Speicherung von CO2 (Carbon Capture Storage) sei ein wesentlicher Schritt für den raschen Ausbau der erneuerbaren Energien – vor allem mit Blick auf die Dekarbonisierung der Industrie.

Uneinig war sich die Diskussionsrunde über die Definition, welcher Wasserstoff sich als "gut" einstufen lässt. Norwegen plant den Einstieg in den Export von "blauem", also aus Erdgas hergestelltem Wasserstoff, bei dem das CO2 eingefangen und eingelagert (CCS) wird. Norwegen ist auf der Suche nach Abnehmern dieses Wasserstoffs auch in Deutschland. Die Bundesregierung setzt dagegen auf "grünen" Wasserstoff, der mithilfe erneuerbarer Energien gewonnen wird.

Die Aufzeichnung der englischsprachigen Paneldiskussion "Decarbonizing the German industry" finden Sie auf der Website der Streaming-Plattform Youtube.

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Porträtbild Dr. Sebastian Bolay, Referatsleiter Energiepolitik | Strommarkt | erneuerbare Energien
Dr. Sebastian Bolay Bereichsleiter Energie, Umwelt, Industrie

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Porträtbild Judith Fellinger, Referatsleiterin Digitale Kommunikation im AHK-Netz
Julia Fellinger Pressesprecherin