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Raus aus dem Klassenzimmer, rein in den Betrieb!

Heil und Adrian appellieren: Nicht ohne Praktikumsplatz in die Osterferien
Jugendliche laufen einen Schulflur entlang

Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen sind gut beraten, Praxisluft zu schnuppern

© DGLimages / iStock / Getty Images Plus

Bei einem Treffen mit den Vorstandsmitgliedern des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) haben Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und DIHK-Präsident Peter Adrian Betriebe und Schulen dazu aufgerufen, Jugendlichen jetzt vermehrt Praktika zu ermöglichen.

Der gemeinsame Appell von Bundesarbeitsministerium und DIHK, kein Jugendlicher in Abschlussklassen solle ohne Zusage für ein Schülerbetriebspraktikum in die Osterferien gehen, richtet sich auch an die jungen Menschen selbst und an deren Eltern.

Möglichst viele Betriebskontakte schaffen

Bis zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres ist es nicht mehr lang. Vielen Betrieben fehlen noch Bewerberinnen und Bewerber, um ihre freien Ausbildungsstellen zu besetzen. Und vielen Jugendlichen fehlt die Orientierung für ihre berufliche Zukunft. Sie entscheiden sich oft für eine Schulkarriere, ein Studium oder eine Pausen-Phase, weil sie praxisorientierte Berufsausbildung in Unternehmen nicht kennen.

Deshalb ist es wichtig, dass zwischen Ostern und Sommer möglichst viele Betriebskontakte insbesondere über Praktika zustande kommen. Auch Jugendlichen in den Vorabgangsklassen sollte dies angeboten werden, denn die Orientierung beim Berufseinstieg ist ein Prozess des Erkundens und Entdeckens, der lange vor dem Schulabschluss ansetzt.

Pandemie brachte zusätzliche Negativeffekte

Die Corona-bedingten Einschränkungen hatten zuletzt Berufsorientierung, Berufsberatung und Ausbildungsplatzsuche erheblich erschwert, da zum Beispiel Ausbildungsmessen und Betriebspraktika kaum stattfanden. Dies hat die Unsicherheit und unklaren Berufsvorstellungen vieler Jugendlicher verstärkt. Neben der demografischen Entwicklung, sinkenden Schulabgänger-Zahlen und dem Trend zum Studium haben vor allem diese Corona-Effekte negative Auswirkungen auf die Ausbildung. Auch wenn die Ausbildungszahlen sich nach dem Corona-Einbruch 2020 wieder ein wenig erholt haben, bleibt der Fachkräftebedarf groß und steigt weiter.

Wir sollten den Frühling auch als Aufbruch in die Berufsorientierung tragen. Das Ausbildungsjahr 2022 steht vor der Tür. Viele junge Menschen wollen jetzt herausfinden, welcher Beruf zu ihnen passt. Deshalb ermuntere ich alle Ausbildungsbetriebe, Praktika anzubieten und Betriebsbesuche zu ermöglichen. Wer heute ausbildet, hat morgen die nötigen Fachkräfte. Unterstützung bietet auch die Bundesagentur für Arbeit. Sie berät und orientiert beim Übergang von der Schule in den Beruf und informiert umfassend durch ihr Online-Angebot. Eine gute und passende Ausbildung ist und bleibt der beste Start ins Erwachsensein.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil

Praktika ein Gewinn für Jugendliche und Betriebe

Viele Unternehmen, Arbeitsagenturen und Kammern waren in den vergangenen zwei Jahren kreativ und haben neue digitale und hybride Formate entwickelt. So gut digitale Angebote als Alternative zu einer fehlenden Berufsorientierung auch sind: Die Pandemie hat gezeigt, wie wichtig es ist, Schüler, deren Eltern und Lehrer frühzeitig und direkt zu erreichen. Virtuelle Praktika, so hilfreich sie während der Pandemie auch waren, können Praxiserfahrungen im Betrieb nicht ersetzen. Die Verzahnung von Praxis und Betrieb darf nicht erst in der Ausbildung beginnen.

Raus aus dem Klassenzimmer, rein in den Betrieb! Praktika vor Ort bieten jungen Menschen die Möglichkeit, die praxisnahe Berufliche Bildung und die reale Arbeitswelt kennenzulernen. Hier können eigene Stärken, Interessen und Talente entdeckt werden. Das ist ein Gewinn sowohl für die jungen Menschen als auch für die Wirtschaft. Denn: Nur wer weiß was er kann und will, trifft eine fundierte Berufswahlentscheidung und wird so zu einer wertvollen Fachkraft im Betrieb.

DIHK-Präsident Peter Adrian

Nötig sind mehr Berufsorientierung und viele Angebote

Die beschlossenen Corona-Lockerungen geben nun die Chance, aufzuholen – mit mehr konkreter Berufsorientierung und schnellen und unkomplizierten Praktikumsangeboten vor Ort. Dazu braucht es Mut und die Bereitschaft von Betrieben und Schulen, so schnell wie möglich viele Angebote bereitzustellen, flexible Praktikumszeiträume und Formate zu ermöglichen und anzuerkennen.

Dercks-Heil-Adrian

Hubertus Heil (am Podium) warb bei der DIHK-Vorstandssitzung am 22. März – ebenso wie Peter Adrian (2.v.r. am Tisch) – für mehr Berufsorientierung

© DIHK / Werner Schüring

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