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Sprunginnovationen: chancenreich und förderungswürdig

Studie mit wertvollem Input von 70 hochinnovativen Unternehmen
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Ideenreichtum ist ein wichtiger Wettbewerbsfaktor

© ipopba Creative / iStock / Getty Images Plus

Deutschland und Europa können im weltweiten Wettbewerb nur mithalten, wenn sie neue Produkte und Dienstleistungen entwickeln. In kleinen Schritten – oder eben radikal und bahnbrechend in Form von sogenannten Sprunginnovationen. Aber was zeichnet radikale Innovatoren aus, und wie kommen Sprunginnovationen zustande? Eine Studie der IHK-Organisation gibt Antworten.

In diesen Tagen kommt wohl kaum eine Nachricht ohne Corona-Bezug aus. So kann man die Impfung zum Schutz vor dem Covid-19-Virus durchaus als Beispiel für eine Sprunginnovation nennen. Denn radikale oder bahnbrechende Innovationen nutzen eine erstmalige Technik für einen neuen Absatzmarkt. Dabei ist bei einer Sprunginnovation nicht der Innovator, sondern der Markt die treibende Kraft.

Externe Schocks wie die Corona-Krise können Auslöser sein

Die IHK-Organisation hat in einer Befragung von 70 hochinnovativ agierenden Unternehmerinnen und Unternehmern weitere Eigenschaften disruptiver Innovationen evaluiert. Eine erste Erkenntnis: Nur, wenn die Nachfrage des Marktes nach einem Produkt sprunghaft ansteigt und bestehende Anbieter verdrängt werden, entsteht Disruption.

Und: Radikale Neuerungen, die zu einer sprunghaft steigenden Nachfrage mit marktverändernder Wirkung führen, gibt es hierzulande deutlich häufiger als angenommen. Ausgelöst werden können sie auch durch externe Schocks wie eben die Corona-Krise. 

Viele Sprunginnovationen vollziehen sich im Verborgenen

Die Disruption findet bei den befragten Unternehmen in hochspezialisierten B2B-Beziehungen und kaum in Massenmärkten statt. Weil sich dabei die Gewohnheiten der Produzenten ändern, nicht aber die der Bevölkerung, sind viele Sprunginnovationen "made in Germany" in der Öffentlichkeit weniger präsent.

Die im Auftrag des DIHK erstellte Studie zeigt auch, dass sich radikale Innovatoren deutlich von Unternehmen unterscheiden, die Neuerungen schrittweise umsetzen. Meist handelt es sich um forschende Unternehmer mit einem hohen akademischen Bildungsgrad, mit Laboren oder Werkstätten. Sie sind eng vernetzt mit der Wissenschaft und beliefern Pioniermärkte sowie frühe Anwender.

Auch wenn die Aufnahmebereitschaft der Märkte für grundsätzlich neue Produkte nicht sehr groß ist, leisten forschende Unternehmen einen bedeutenden Beitrag zur Innovationskraft der Gesellschaft und spielen auch volkswirtschaftlich eine unverzichtbare Rolle. Die Studie legt nahe, dass dieser kreative Kern der deutschen Wirtschaft die notwendige Aufmerksamkeit und Unterstützung erhalten sollte. Die neue Agentur für Sprunginnovationen (SPRIND) und die IHK-Organisation können hierzu entscheidende Beiträge leisten.

IHK-Organisation kann innovative Unternehmen unterstützen

Folgende erste Handlungsempfehlungen lassen sich der Studie entnehmen: Politik und forschende Betriebe sollten sich zum einen verstärkt austauschen, um Potenziale früher zu erkennen. Des Weiteren wird SPRIND empfohlen, sich eng mit "radikalen Innovatoren" auszutauschen, um Synergien zu nutzen und Informationen über potenziell disruptive Märkte einzuholen.

Und schließlich kommt die Untersuchung zu dem Schluss, dass eine zielgenaue und zeitlich begrenzte Förderung innovativ agierender Unternehmen sinnvoll sei – gerade, wenn es sich um risikobehaftete disruptive Innovationen handle. Schließlich wisse man meist nicht gleich zu Beginn, welche Neuheit disruptive Qualität habe und welches finanzielle Risiko dadurch für die Unternehmen entstehe.

Die finalen Ergebnisse der Studie "Wie disruptiv sind forschende Unternehmer?  Zur Innovationskraft des deutschen Mittelstandes" mit weiteren Handlungsempfehlungen an Forschungseinrichtungen und Hochschulen, an Investoren, an Unternehmen sowie an die IHK-Organisation selbst finden Sie im Januar 2021 auf unserer Website.



Um die ersten Resultate der Untersuchung ging es auch bei der DIHK-Online-Veranstaltung "Radikale Innovation durch unternehmerische Forscher und forschende Unternehmen", bei der unter anderem der Chemie-Nobelpreisträger Prof. Stefan Hell zu Wort kam.

Seinen Vortrag können Sie hier abrufen:

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Felicitas von Bredow Referentin des Hauptgeschäftsführers

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Porträtbild Daphne Grathwohl, Referatsleiterin Strategische Themenplanung und Qualitätssicherung
Daphne Grathwohl Referatsleiterin Strategische Themenplanung und Qualitätssicherung