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Verpflichtende Altersvorsorge unternehmensfreundlich umsetzen

DIHK wirbt für Gesetzentwurf mit Augenmaß und langfristigen Perspektiven
Ein Mann und eine Frau gehen einen Vertrag durch.

Eine Altersversorgung soll für Jungunternehmerinnen und -unternehmer Pflicht werden

© AndreyPopov / iStock / Getty Images Plus

Selbstständige sollen künftig zur eigenen Altersvorsorge verpflichtet werden – das wurde bei einer Veranstaltung von Deutscher Industrie- und Handelskammer (DIHK) und Zentralverband des Deutschen Handwerks am 30. November bekannt. Die DIHK mahnt, die Neuregelung praktikabel zu gestalten.

Ein Gesetzentwurf für eine entsprechende Rentenversicherungspflicht sei in Arbeit, bestätigten Rolf Schmachtenberg, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, und die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, Gundula Roßbach, bei der digitalen Informationsveranstaltung von DIHK und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks.

Achim Dercks deutend

Achim Dercks

© DIHK / Werner Schuering

"Die Industrie- und Handelskammern berichten zuletzt von einem deutlich rückläufigen Interesse an Unternehmensgründungen in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld", sagt dazu der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks. "Nicht nur aus Sicht der heute Selbstständigen ist es daher ganz wichtig, dass die Pläne unternehmensfreundlich umgesetzt werden."

Gerade die Startphase einer Existenzgründung solle "durch großzügige Sonderregelungen erleichtert werden", stellt er klar. Denn sehr oft müssen die Unternehmerinnen und Unternehmer zu Beginn der Selbstständigkeit alle vorhandenen Mittel in den Betrieb stecken.

Versicherungspflicht darf Gründende nicht ausbremsen

"Eine Rentenversicherungspflicht darf nicht dazu führen, dass die Gründerinnen und Gründer zu Beginn ihrer Existenzgründung mit angezogener Handbremse unterwegs sind – oder ganz davon Abstand nehmen", warnt Dercks. "Unser Land braucht innovative Gründungen als Basis für Arbeitsplätze von morgen. Das muss bei dem neuen Gesetz berücksichtigt werden."

Wichtig ist aus Sicht der DIHK zugleich, dass lediglich neue Selbstständige in die Regelungen einbezogen werden und dass die Unternehmerinnen und Unternehmer Wahlfreiheiten zwischen gesetzlicher Rente und alternativer privater Vorsorge haben. Zudem sollte der Stichtag der Einführung der Altersvorsorgepflicht ausreichend Planbarkeit für die Unternehmerinnen und Unternehmer gewährleisten.

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Porträtfoto Anne Zimmermann
Dr. Anne Zimmermann Referatsleiterin Beschäftigung, Alterssicherung, Familie in der Arbeitswelt

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Ohlig, Dominik_WEB
Dominik Ohlig Pressesprecher