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Viele Länder Afrikas als Wirtschaftspartner attraktiv

DIHK zur Habeck-Reise und zum German-African Business Summit
Viele schwarz- und weißhäutige Menschen stehen um einen Tisch herum, an dem zwei Männer einen Vertrag unterzeichnen

Der letzte German-African Business Summit hatte 2019 in Ghana stattgefunden

© AHK Ghana

Zur Agenda der anstehenden Afrika-Reise von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck zählt ein Besuch des German-African Business Summit. Auch DIHK-Präsident Peter Adrian und DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier nehmen teil. Der DIHK weist auf die zahlreichen Geschäftsmöglichkeiten hin, die afrikanische Länder für deutsche Unternehmen bieten.

Beim German-African Business Summit, den die Subsahara Afrika Initiative der deutschen Wirtschaft (Safri) vom 6. bis zum 8. Dezember im südafrikanischen Johannesburg ausrichtet, werden Herausforderungen und Chancen der deutsch-afrikanischen Wirtschaftsbeziehungen diskutiert.

Ein wichtiger Termin, denn aktuell nimmt der Druck auf deutsche Unternehmen weiter zu, Lieferketten im Bereich der Beschaffung und beim Absatz stärker zu diversifizieren. Viele Betriebe fassen neue Märkte ins Auge. Insbesondere gilt dies mit Blick auf die zahlreichen Länder des afrikanischen Kontinents, die sich als alternative Lieferanten von wichtigen Rohstoffen, aber auch als Weiterverarbeitungs- und Absatzmärkte anbieten.

Chancen unter anderem für grünen Wasserstoff

Potenzial für den Ausbau der deutsch-afrikanischen wirtschaftlichen Zusammenarbeit bietet aktuell auch das Thema Energie. Mit einer ganzen Reihe afrikanischer Länder hat Deutschland Energiepartnerschaften abgeschlossen. Dabei geht es vermehrt um die Herstellung und den Export von grünem Wasserstoff.

Darüber hinaus haben die gestiegenen Rohstoffpreise – auch wenn volatile Preise für Planungsunsicherheit bei Unternehmen sorgen – die Möglichkeiten afrikanischer Regierungen erweitert, ihre eigene Infrastruktur auszubauen und dabei auf Produkte und Know-how made in Germany zu setzen.

Unternehmen vor Ort überdurchschnittlich optimistisch

Daher blicken die deutschen Unternehmen, die bereits in afrikanischen Ländern vor Ort sind, überwiegend positiv auf das neue Geschäftsjahr. Das zeigt der jüngst veröffentlichte AHK World Business Outlook Herbst 2022 – eine Umfrage unter weltweit mehr als 3.100 Mitgliedsunternehmen deutscher Auslandshandelskammern, Delegationen und Repräsentanzen. Aus Afrika haben mehr als 450 Unternehmen an der Umfrage teilgenommen.

Die Erwartungen an die Entwicklung der eigenen Geschäfte sind demnach positiver als im weltweiten Durchschnitt. In anderen Wirtschaftsregionen – insbesondere in Europa – macht sich die Abkühlung der Weltkonjunktur bei den Unternehmen deutlicher bemerkbar als in Afrika.

Über die Hälfte (52 Prozent) der auf dem Kontinent aktiven deutschen Unternehmen erwartet eine bessere Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten, weltweit sind es 37 Prozent. Lediglich jedes zehnte Unternehmen (11 Prozent) rechnet mit schlechteren Geschäften in Afrika, weltweit ist es jedes fünfte Unternehmen (21 Prozent). Entsprechend liegen auch die Investitionsabsichten über dem globalen Durchschnitt: Während in Afrika 40 Prozent der Unternehmen ihre Investitionsausgaben in den nächsten zwölf Monaten ausweiten wollen, sind es weltweit 32 Prozent.

Risikofaktoren Wechselkurse, Rohstoffpreise, Finanzierung

Trotz des überdurchschnittlich positiven Ausblicks stellen insbesondere die Auswirkungen der Zinsanhebungen westlicher Notenbanken sowie die volatilen Rohstoffpreise auf den Weltmärkten Herausforderungen für die Unternehmen in Afrika dar.

Überdurchschnittlich häufig sorgen sich die Betriebe folglich um Wechselkursschwankungen (59 Prozent, weltweit 33 Prozent), hohe Rohstoffpreisen (53 Prozent, weltweit 42 Prozent) und um mögliche Finanzierungsrisiken (36 Prozent, weltweit 24 Prozent).

Insbesondere der aufgrund der restriktiven US-Notenbankpolitik gestiegene US-Dollar trifft die Wirtschaft in der Region: Zum einen erhöht er die Preise der in Dollar gehandelten Rohstoffe, zum anderen wächst so die Schuldenlast der zumeist in US-Währung verschuldeten Entwicklungs- und Schwellenländer. Dies steigert dort die Unsicherheit und vermindert die unternehmerische Planbarkeit im internationalen Geschäft.

Auch in Handelshemmnissen sehen die deutschen Unternehmen in Afrika (22 Prozent) häufiger Hürden für ihr eigenes Fortkommen als im weltweiten Durchschnitt (17 Prozent). Die 2020 in Kraft getretene Afrikanische Kontinentale Freihandelszone (AfCFTA) kann hierbei durch die Abschaffung von Zöllen sowie die fortschreitende Entwicklung hin zu einem integrierten Wirtschaftsraum positive Impulse setzen.

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Heiko Schwiderowski Referatsleiter Subsahara-Afrika

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Thomas Renner Pressesprecher | Chef vom Dienst