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Wansleben: "Die Energiekrise trifft die Unternehmen bis ins Mark"

DIHK-Hauptgeschäftsführer zum Herbstgutachten der Wirtschaftsinstitute
Konjunkturdaten

Einen Blick auf die kurz- und mittelfristigen Aussichten für die Wirtschaft ermöglicht die nun vorgelegte "Gemeinschaftsdiagnose"

© Witthaya Prasongsin/ Moment / Getty Images

Nach der Vorlage des Herbstgutachtens der führenden Wirtschaftsinstitute warnt Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), vor zunehmenden Gefahren für die hiesige Wirtschaftsstruktur.

Die Leibniz-Institute für Wirtschaftsforschung aus Essen, München und Halle (RWI, ifo, IWH) und das Kieler Institut für Weltwirtschaft (ifw) haben in ihrer am 29. September veröffentlichten Gemeinschaftsdiagnose für 2022 ein leichtes Plus des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 1,4 Prozent und für das kommende Jahr einen Rückgang um 0,4 Prozent prognostiziert. Für das Jahr 2022 wird eine Inflationsrate von 8,4 Prozent erwartet; für 2023 von 8,8 Prozent.

Martin Wansleben gestikulierend am Mikrofon

Martin Wansleben

© DIHK / Jens Schicke

"Rekordinflationsraten, insbesondere die explodierenden Energiepreise, treffen viele Unternehmen ins Mark. Produktionsstopps, Wertschöpfungsverluste, die Verlagerung von Produktion ins Ausland bis zu Betriebsschließungen sind die Folgen" so Wansleben zu der aktuellen Prognose.

"Unsere Wirtschaftsstruktur und auch unser Wohlstand in Deutschland sind zunehmend in Gefahr. Inflation und Energiekrise lassen aktuell keine Aussicht mehr auf einen Aufschwung", warnt der DIHK-Hauptgeschäftsführer. Zwar habe das Jahr 2022 hoffnungsvoll begonnen, doch drohe nun in diesem Jahr eine Stagnation und im nächsten Jahr eine Rezession.

Alle Kraftwerke ans Netz; Hürden für Fuel Switch beseitigen

Die Politik müsse nun rasch aktiv werden und in der Energiekrise entschlossen handeln, fordert Wansleben. "Alle Kraftwerke, die Energie liefern können, müssen ans Netz und bis zum Ende der Energiekrise am Markt bleiben." Alle Hürden beim Ersatz von Gas etwa beim Fuel Switch müssten abgeräumt werden.

"Es muss jetzt unbedingt das Maximale an Vertrauen und Berechenbarkeit für die nächsten Monate geschaffen werden. Denn aktuell steigt die Zahl der Unternehmen, die entweder gar keine oder nur noch Energielieferverträge zu Extrempreisen erhalten."

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Dr. Jupp Zenzen Referatsleiter Konjunktur, Wachstum, Unternehmensbefragungen

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Thomas Renner Pressesprecher | Chef vom Dienst