Pfadnavigation

Wansleben: "Krieg ist keine Basis für Geschäfte"

Rückwirkungen der Sanktionen bringen den Unternehmen aber auch enorme Lasten
Frostbedeckte Gas-Pipeline in Russland

Zu den für die deutsche Wirtschaft schwierigen Aspekten der Russland-Sanktionen zählt etwa die Gasversorgung

© Bloomberg Creative Photos / Getty Images

In der deutschen Wirtschaft gibt es eine breite Zustimmung für die harten Sanktionen gegen Russland wegen des Krieges in der Ukraine. Das hat DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben im Gespräch mit mehreren Medien betont. Zugleich mahnte er, die Rückwirkungen des Krieges und seiner Folgen auf die hiesige Wirtschaft nicht zu unterschätzen.

"Der sinnlose Krieg tötet Menschen und vernichtet ihre Lebensgrundlagen", so Wansleben. "Krieg ist keine Basis für Geschäfte."

Weitreichende Rückwirkungen

Die mit dem Krieg und den Sanktionen verbundenen Rückwirkungen auf die deutsche Wirtschaft seien allerdings äußerst weitreichend und dürften nicht unterschätzt werden: "Da sind zu einem eine ganze Reihe von deutschen Unternehmen, die aufgrund starker wirtschaftlicher Verbindungen mit der Ukraine akut in eine Schieflage geraten sind. Hier brauchen wir schnelle und unbürokratische Härtefall-Regelungen."

Das gilt laut Wanselben auch für deutsche Betriebe, die von den Russland-Sanktionen betroffen sind. "Wegen der Swift-Abkopplung und weiterer sich von Russland abwendender Akteure wie etwa Banken und Logistik-Unternehmen gibt es auch massive Einschränkungen über die direkt von den Sanktionen betroffenen Sektoren hinaus." Auch dafür seien "rechtssichere und pragmatische Lösungen" nötig.

Energiepreisexplosion und Lieferkettenstörungen "sehr ernst nehmen"

Der DIHK-Hauptgeschäftsführer verweist darauf, dass weite Teile der gesamten deutschen Wirtschaft "vor allem über die schockartig gestiegenen Energiepreise und weitere Störungen in den Lieferketten enorm betroffen" sind. "Das müssen wir kurz- wie langfristig sehr ernst nehmen."

Sein Appell: "Deutsche Unternehmen, die mit diesen enormen Herausforderungen um ihr Überleben kämpfen oder sich im weltweiten Wettbewerb neu aufstellen müssen, brauchen von den eigenen Politikern in Berlin und Brüssel dringend Unterstützung. Deshalb ist die Politik gut beraten, es ihnen an anderer Stelle leichter zu machen, statt vielleicht noch weitere Lasten draufzupacken."

Martin Wansleben im Video-Statement

DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben

© DIHK

Kontakt

Porträtfoto Frank Thewes
Frank Thewes Bereichsleiter Kommunikation