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Wansleben: "Nicht nur die EZB muss reagieren"

Auch die Bundesregierung sollte gegen die Inflation vorgehen
Europäische Zentralbank mit der Plastik Euro-Symbol im Vordergrund

Die Europäische Zentralbank hat nun die Zinswende eingeleitet

© instamatics / iStock / Getty Images

Mit der Anhebung des Leitzinses um 0,5 Punkte hat die Europäische Zentralbank (EZB) nicht nur zum ersten Mal seit über zehn Jahren überhaupt wieder die Zinsschraube angezogen, sondern auch noch deutlicher als zunächst erwartet. Aus Sicht des DIHK müssen aber vor allem auch die Ursachen der aktuell stark "importierten" Inflation bekämpft werden.

Porträtfoto Martin Wansleben

Dr. Martin Wansleben

© DIHK / Paul Aidan Perry

Zu hohe Inflationsraten und zu hohe Zinsen – beides sei "Gift für die Wirtschaft", stellt DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben klar. Denn beides schüre Unsicherheit und erhöhe die Finanzierungskosten der Unternehmen.

"In der aktuellen Lage ist eine klare Positionierung der EZB wichtig, um die Inflationserwartungen zu dämpfen", so Wansleben. "Deshalb gibt es derzeit keine bessere Option, als die Zinsen zu erhöhen – auch, wenn das für sich genommen die Konjunktur belastet. Weitere wohldosierte Zinsschritte müssen folgen."

Die Inflation sei "zum großen Teil eine importierte Inflation", so der DIHK-Hauptgeschäftsführer weiter. Daher müsse nicht nur die EZB reagieren: "Auch die Bundesregierung sollte Maßnahmen ergreifen, die an den Ursachen der Inflation ansetzen. So sollte sie sich zum Beispiel für funktionierende Lieferketten, neue Handelsverträge sowie den Abbau von Zöllen stark machen."

Denn, warnt Wansleben: "Die vielen exportorientierten deutschen Unternehmen werden in Zukunft noch stärker als bisher auf optimale Rahmenbedingungen für den internationalen Handel angewiesen sein."

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Porträtfoto Thomas Renner
Thomas Renner Pressesprecher | Chef vom Dienst