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Wenn Azubis mit 40 plus durchstarten

"Position" beleuchtet Chancen und Herausforderungen für Betriebe
Drei Frauen, teils mit Kopftuch, am Counter des Kölner Begegnungs- und Fortbildungszentrums muslimischer Frauen

Sonya Kattoub (l.) ist 44 Jahre alt und angehende Kauffrau für Büromanagement

© DIHK / Andreas Wiese

Beruflich neu anzufangen, ist keine Frage des Alters. Die Zahl derer, die spät oder nach beruflichen Umwegen noch einmal eine Ausbildung beginnen, steigt. Wie das in den Unternehmen ankommt, zeigt das IHK-Berufsbildungsmagazin "Position" in seiner nächsten Ausgabe auf.

Unter Berufung auf den Datenreport des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) berichtet "Position", dass die Zahl der Azubis jenseits der 40 zwischen 2008 und 2018 um fast 150 Prozent auf mehr als 1.700 gestiegen ist. In der Gruppe der 24- bis 39-Jährigen gab es in diesen zehn Jahren sogar fast eine Verdopplung  – auf sie entfielen zuletzt zwölf Prozent aller neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge. 

Neustart etwa nach der Familienpause 

Dafür nennt das Berufsbildungsmagazin vielfältige Gründe: Beispielsweise steigen "Azubis 40 plus" nach der Familienpause wieder in die Arbeitswelt ein, viele sind unglücklich im aktuellen Beruf oder nach einer Krankheit arbeitsuchend. BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser sieht in dem Trend "keine kurzfristige Randerscheinung" und führt ihn auf die "zunehmende Digitalisierung und den schnelleren Wandel der Arbeitswelt" zurück.  

Reife hat Vor- und Nachteile 

Für Unternehmen können die Lehrlinge mit Lebenserfahrung Chance und Herausforderung zugleich sein. "Ältere Azubis bringen kognitive Kompetenzen mit und haben in der Regel eine gefestigte Vorstellung von ihren beruflichen Zielen", sagt Carsten Berg, Leiter Ausbildung der IHK Köln. "Sie gehen selbstständig und reflektiert an neue Lerninhalte heran."

Gerade in Berufen mit beraterischem Anteil und Kundenkontakt, in denen Akzeptanz eine wichtige Rolle spiele, könnten ältere Azubis von Vorteil sein, so Berg. Doch er kennt ebenso die Herausforderungen: "In die Rolle des Auszubildenden oder Umschülers müssen auch sie sich erst einmal einfinden – vor allem dann, wenn ihre Vorgesetzten oder Lehrer jünger sind." Und: "Da die Schulzeit länger zurückliegt, muss vielleicht auch das Lernen neu gelernt werden und der Azubi dabei gezielt unterstützt werden." 

Erfahrung und Gelassenheit

"Position" hat das Kölner Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen besucht, das mit Azubis jenseits der 30 gute Erfahrungen gemacht hat. "Sie sind motiviert, fleißig und tolerant, bringen Lebenserfahrung und Gelassenheit mit", lobt Geschäftsführerin Hanim Ezder. Dort absolviert beispielsweise die 44-jährige Sonya Kattoub, Mutter von fünf Kindern, eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement.

Vorgestellt wird sie im Heft für das zweite Quartal 2021. Darin gibt es auch weitere Infos zum Thema, etwa zu entsprechenden Förderprogrammen für Unternehmen und zu altersneutralen Stellenausschreibungen. Abonnieren können Sie "Position" unter www.ihk-position.de.

Kontakt

Mann steht vor Gemälde und hat die Arme verschränkt.
Thilo Kunze Referatsleiter Infocenter, Chefredakteur POSITION

IHK-Bildungsmagazin Position

Das IHK-Bildungsmagazin erscheint jeweils zum Quartalsanfang und bietet vor allem Ausbildern, Personalverantwortlichen und Prüfern Tipps, Ideen und Tools zur Fachkräftesicherung, Best Practices und bildungspolitische Vorschläge. Unter www.ihk-position.de begleiten Hintergründe, Bilderstrecken und Videos online das Printprodukt.