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Wirtschaftliche Folgen von Gas-Engpässen vielfach unterschätzt

Peter Adrian: Start des Notfallplans aus Unternehmenssicht "verantwortungsvoll"
Gasspeicheranlage

Die Gasspeicher hierzulande sind aktuell leider nicht gut gefüllt

© Iurii Garmash / iStock / Getty Images Plus

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat am heutigen Mittwoch den Notfallplan Gas aktiviert. Sollte es tatsächlich zu einem Lieferstopp für russisches Erdgas kommen, hätte dies massive Konsequenzen für die gesamte Wirtschaft, warnt Peter Adrian, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

"Die Bundesregierung handelt aus Sicht der Wirtschaft verantwortungsvoll, wenn sie jetzt die erste Frühwarnstufe im Notfallplan Gas ausruft", so Adrian. "Denn bei einem Lieferstopp wären in den Folgemonaten in erster Linie viele Unternehmen von Abschaltungen betroffen – mit extremen wirtschaftlichen Folgen."

Nach den Gas- würden die Strompreise explodieren

Der DIHK-Präsident gibt zu bedenken, dass letztlich alle Wertschöpfungsketten negativ beeinflusst wären: "Wenn zum Beispiel ein Unternehmen keinen Kunststoff produzieren kann, fehlen diese Vorprodukte auch in der Fertigung von Lebensmittelverpackungen oder von Medizinprodukten." Erschwerend komme hinzu, dass neben den Gaspreisen auch die Strompreise explodieren würden. "Damit wären auch Unternehmen betroffen, die kein oder wenig Gas einsetzen – auch deshalb wären die wirtschaftlichen Auswirkungen gravierender als vielfach angenommen."

Effizienzspielräume ausgeschöpft

Adrian erinnert daran, dass viele Unternehmen spätestens seit dem Anstieg der Energiepreise im vergangenen Jahr bereits sämtliche praktikablen Maßnahmen zur Senkung ihres Energieverbrauchs ergriffen haben. "Ihnen bleiben daher oft keine kurzfristigen Einsparmöglichkeiten – außer die eigene Wirtschaftstätigkeit einzuschränken oder einzustellen. Ich empfehle den Betrieben in jedem Fall, in den Austausch mit ihrem Gasnetzbetreiber zu treten und sich intensiv mit möglichen Folgen von Versorgungsengpässen auseinanderzusetzen."


DIHK-Präsident Peter Adrian

DIHK-Präsident Peter Adrian

© DIHK / Werner Schuering

Kontakt

Porträtfoto Thomas Renner
Thomas Renner Pressesprecher | Chef vom Dienst
Frostbedeckte Gas-Pipeline in Russland

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