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Zahlen, Daten, Fakten zum Handel mit Großbritannien

DIHK rechnet für 2020 mit 15-prozentigem Rückgang der Exporte nach UK
Boris Johnson und Ursula von der Leyen gestikulieren mit Masken vor EU- und UK-Flagge

Die Zukunft der Beziehungen zwischen UK und EU verhandelten zuletzt Premierminister Boris Johnson und Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen

© European Union, 2020

Erst kurz vor dem Ende der wirtschaftlichen Brexit-Übergangsfrist am 31. Dezember 2020 haben Großbritannien und die EU ein Handelsabkommen vereinbart, das schon ab dem 1. Januar 2021 praktiziert werden soll. Zunächst nur vorläufig, denn der Deal muss noch von Parlamenten ratifiziert werden. Unabhängig davon hat der deutsch-britische Außenhandel bereits jetzt deutlich gelitten.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) schätzt aufgrund der bisher vorliegenden Daten, dass die hiesigen Exporte in das Vereinigte Königreich 2020 um rund 15 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen werden.

Die Auswirkungen des Brexit auf die Exportgeschäfte und die wirtschaftliche Entwicklung in Großbritannien werden den Handel voraussichtlich weiter schwächen. Der DIHK geht deshalb für 2021 von einem Nullwachstum der deutschen Ausfuhren nach UK aus. Je nachdem, wie die Details des erst am Heiligen Abend ausgehandelten Last-Minute-Handelsabkommen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich in der Praxis ankommen, könnte es aus deutscher Sicht auch ein leichtes Exportplus geben.

Deutsche Unternehmen in UK im Umbruch

Der jüngste AHK World Business Outlook verdeutlichte im Herbst 2020 die spezielle Situation der in Großbritannien aktiven deutschen Unternehmen: 79 Prozent bewerteten ihre Geschäftslage in der Erhebung als schlecht, nur 9 Prozent als gut. Damit lag UK im europäischen Vergleich weit abgeschlagen.

54 Prozent der jenseits des Ärmelkanals engagierten Unternehmen berichteten von Problemen in der Lieferkette beziehungsweise Logistik, höher war der Anteil nur in Indien (56 Prozent). Änderungen der Lieferkette planten im Herbst 55 Prozent der deutschen Unternehmen in UK – der Spitzenwert nach Italien, wo das auf 50 Prozent der Betriebe zutrifft. Und: Mit 55 Prozent Unternehmen, die nach neuen Standorten suchen, rangierte das Gastland Vereinigtes Königreich zudem weit vor dem zweitplatzierten Iran (30 Prozent). 

Die Wirtschaftsbeziehungen Deutschland – UK in Zahlen

Handel

Im Jahr 2019 hat Deutschland Waren im Wert von 79 Milliarden Euro in das Vereinigte Königreich exportiert. Damit ist das Vereinigte Königreich der fünftwichtigste Ausfuhrmarkt Deutschlands.

Auf UK entfielen 2019 knapp 10 Prozent aller deutschen Kfz-Exporte (Wert: 21 Milliarden Euro), knapp 5 Prozent der deutschen Ausfuhren von Maschinen (9 Milliarden Euro) und 8,5 Prozent aller Metallwaren-Exporte (4,8 Milliarden Euro).

Von Januar bis Oktober 2020 sanken die Exporte nach UK um 18,5 Prozent.

Exportentwicklung

© DIHK, Datenquelle: Destatis

Im Jahr 2019 importierte Deutschland Waren im Wert von 38 Milliarden Euro aus dem Vereinigten Königreich; das waren 3,5 Prozent der deutschen Gesamteinfuhren. UK belegte damit Rang 11 der wichtigsten Importländer Deutschlands.

In den ersten zehn Monaten des Jahres 2020 sanken die Importe um 9,5 Prozent.

Mit 118 Milliarden Euro machte das deutsch-britische Handelsvolumen 2019 fast 5 Prozent des deutschen Gesamthandels aus; UK belegte damit Rang 7 (nach Platz 3  im Jahr 2004 und Rang 5 in den Jahren 2011 bis 2017). 

Im Jahr 2020 rangiert das Vereinigte Königreich unter den Handelspartnern Deutschlands nur noch auf Rang 8 – schon in den ersten neun Monaten 2020 sank das bilaterale Handelsvolumen um 16 Prozent. 

Deutsche Direktinvestitionen im Vereinigten Königreich

Deutsche Unternehmen haben in UK einen Investitionsbestand von über 159 Milliarden Euro aufgebaut, das sind knapp 10 Prozent aller deutschen Auslands-Direktinvestitionen – mehr sind nur in die USA gegangen.

Rund 2.300 deutsche Unternehmen sind im Vereinigten Königreich präsent; sie beschäftigten fast 440.000 Menschen.

Investitionen des Vereinigten Königreichs in Deutschland

Unternehmen aus UK haben einen Investitionsbestand von 63 Milliarden Euro in Deutschland aufgebaut.

1.500 Unternehmen aus dem Vereinigten Königreich sind in Deutschland aktiv. Sie beschäftigen 300.000 Menschen.

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Porträtbild Mathias Dubbert, Referatsleiter Europapolitik, EU-Finanzierungsinstrumente, Europäische Außenwirtschaftsförderung
Mathias Dubbert Referatsleiter Europapolitik, EU-Finanzierungsinstrumente, Europäische Außenwirtschaftsförderung

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Porträtfoto Thomas Renner
Thomas Renner Pressesprecher | Chef vom Dienst
Brexit Schriftzug und Zeichnungen auf einem Malblock

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