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Afrika und Naher Osten

Weltkarte mit Afrika und Mittlerer Osten in blau hervorgehoben.

© MrsWilkins / iStock / Getty Images Plus

Covid-19 hat seinen Weg auch nach Afrika und in den Nahen Osten gefunden. So gehen die Staaten in der Region gegen das Virus vor.

Mehr als 25.000 Fälle meldet aktuell allein der Iran. Die Zahlen aus Afrika dagegen könnten vermuten lassen, dass sich der Virus dort noch nicht allzu breit gemacht hat. Angola beispielsweise hat noch nicht einen einzigen gemeldeten Coronafall. Doch die bisher international festgestellten Infizierungsraten sind hoch. Die Vorkehrungen und Reaktionen der einzelnen Länder in Afrika und Nahost lassen vermuten, dass auch sie gezwungen sind, Einschränkungen im öffentlichen Leben und der Wirtschaft vorzunehmen. Immer mehr Grenzschließungen und soziale Abschottung sind die Folge.  

Ähnliche Maßnahmen im öffentlichen Leben 

Der Reiseverkehr ist betroffen wie kaum ein anderer Sektor. Einreisebeschränkungen oder Verbote dominieren den Verkehr in der Luft und am Boden von Personen. Auch Schulen, Kitas und ähnliche Einrichtungen sind zumeist vorläufig bis Mitte April geschlossen. Kulturelles Leben und Versammlungen egal welcher Natur sind bis auf weiteres in Kenia, Bahrain und vielen weiteren Staaten verboten. Die kulturell besonders wichtigen Freitagsgebete sind ebenfalls in den meisten Ländern nicht mehr in Gruppen gestattet.  

Aktuell werden Shoppingausflüge und touristische Aktivitäten wie in Deutschland überwiegend zurückgefahren. Malls und größere Einkaufszentren sind jedoch in manchen Ländern wie in Südafrika oder in den Vereinigten Arabischen Emiraten noch geöffnet bzw. sollen bald schließen. Die Versorgung durch Lebensmittel ist weiterhin gewährleistet. Restaurant steigen mancherorts auf Lieferservices oder Takeaway um.  

Niemand ist vorbereitet

Der Fokus liegt wie in Deutschland auch in Afrika und Nahost darauf, die Gesundheitsversorgung nicht zu überlasten. Ein Beispiel dafür ist Algerien mit über 40 Millionen Einwohnern. Hier stehen zum jetzigen Zeitpunkt nur 400 Beatmungsgeräte zur Verfügung, was bei steigenden Infektionszahlen innerhalb kürzester Zeit verheerende Folgen hätte. Im Vergleich: Allein Berlin ist im Besitz von über 1000 Beatmungsgeräten an Intensivbetten. Weitere Beispiele lassen darauf schließen, dass die Ausbreitung in Afrika extreme Folgen hätte.  

Die Wirtschaft leidet – Hilfsprogramme nehmen Anlauf 

Unterdessen werden die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie immer konkreter: Die Produktionen laufen zwar überwiegend weiter und Unternehmen steigen weitestgehend erfolgreich auf Homeoffice um. Teilweise brechen jedoch bereits Lieferketten ab. Wegen der Ansteckungsgefahr werden Dienstleistungen reduziert. Um die Wirtschaft während der Corona-Krise finanziell zu unterstützen, stellt beispielsweise Dubai umgerechnet 400 Millionen Euro zu Verfügung. Außerdem dürfen Kleinunternehmer und Einwohner drei Monate ihre Kredite aussetzen. Weitere Maßnahmen in mehreren Ländern sind die übergangsweise Abschaffung von Überweisungsgebühren und das Herabsetzen von Zinsen. Auch Zölle auf medizinisch relevante Produkte werden zweitweise ausgesetzt und die Anschaffung teilweise durch Regierungen übernommen.  

Sonderfall Marokko 

Besonders gebeutelt ist Marokko durch den kompletten Zusammenbruch der Tourismusbranche. Die Regierung legt bereits ein milliardenschweres Hilfsprogramm auf. Die gute Nachricht ist, dass Warenverkehr und Lieferketten hier bisher kaum leiden. Die Digitalisierung hilft mancherorts dabei, Prozesse weiter laufen lassen zu können wie am Hafen Tanger-Med, Marokko.