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Organisatorischer Kraftakt: Ausbilden und Prüfen in Zeiten von Corona

IHKs und Unternehmen suchen kreative Aus- und Weiterbildungswege
Junge Frau sitzt Zuhause vor dem PC.

Nicht nur im Ausbildungsalltag, sondern auch auf dem Weg dorthin sorgt die Pandemie für Herausforderungen

© damircudic / E+ / Getty Images

Die Corona-Pandemie und die entsprechenden Schutzvorkehrungen stellen Betriebe, Azubis, Bildungseinrichtungen und IHKs vor große Herausforderungen: Wie ist es möglich, trotz Distanz und Einschränkungen erfolgreich auszubilden?

Um ihren Auszubildenden trotz der Corona-bedingten Einschränkungen eine gute Ausbildung zu ermöglichen, gehen Unternehmen seit gut einem Jahr kreative Aus- und Weiterbildungswege.

Azubis werden etwa in andere Abteilungen oder in die Lehrwerkstatt versetzt, Ausbildungspläne umgestellt, Lerninhalte bei mangelnder Auslastung vorgezogen. Betriebe, die Teile der Ausbildung nicht mehr erbringen können, übertragen diese auf einen Verbundbetrieb oder auf überbetriebliche Einrichtungen.

Angehende Köche zum Beispiel müssen nicht zwingend in der Gastronomie arbeiten, wenn die Restaurants geschlossen sind, sondern können ihre Ausbildung auch in einer Krankenhauskantine fortsetzen. Azubis aus kleineren Einzelhandelsgeschäften werden zeitweise im Supermarkt beschäftigt, sofern sie dort der Ausbildungsordnung entsprechend weiterlernen können und wenn eine gute Betreuung sowie fachliche Anleitung durch den aufnehmenden Betrieb sichergestellt ist. Manchmal sind aufgrund der Pandemie auch Homeoffice-Einsätze oder eine Ausbildung in Teilzeit Wege, um Jugendlichen trotz der Corona-Beschränkungen eine Ausbildung zu ermöglichen.

IHK-Prüfungen erfolgreich absolvieren – trotz Corona

Außerdem stehen Azubis, Prüfer, Betriebe und IHKs nach wie vor vor der Herausforderung der Zwischen- und Abschlussprüfungen.

Allein im Frühjahr 2020 sollten 250.000 Prüflinge aus der Aus- und Weiterbildung ihre Abschluss- oder Zwischenprüfungen ablegen. Wegen Corona abzusagen, kam nicht in Frage. Was folgte, war ein logistischer, organisatorischer und kommunikativer Kraftakt, der noch immer anhält: Alle Personen, die im Frühling 2020 nicht geprüft werden konnten, wurden informiert, Planungen und Ersatztermine bekannt gegeben – bei aller bestehenden Unsicherheit. Dienstleister und die DIHK-Bildungs-gGmbH begannen, E-Learning-Angebote zu entwickeln: Schließlich fiel auch die Berufsschule zeitweise aus, und viel Stoff zur Prüfungsvorbereitung musste im Home-Schooling nachgeholt werden.

Masken, Messehallen, Mindestabstand – Prüfungen in Pandemiezeiten

Auch die Durchführung der Prüfungen selbst war und ist unter Pandemie-Bedingungen eine Herausforderung. Während vor Corona oft Hunderte Teilnehmer gleichzeitig geprüft werden konnten, sind nun Räume für maximal 20 Personen erforderlich; anstelle von 20 Prüfungsorten braucht man nun teilweise 200. Oberste Priorität hat immer die Gesundheit aller Beteiligten.

Die IHKs suchen Lösungen: Sie mieten Hochschul-Aulas, Messehallen, Kongress-Center, große Schützenhallen oder auch Hotels an, um zusätzliche Kapazitäten und Prüfungsorte mit großen Abstandsflächen bereitstellen zu können. Auch geschlossene Berufsschulen werden genutzt. Um den Gesundheitsschutz während der Prüfungen zu gewährleisten, werden Mund-Nasen-Schutz, FFP2-Masken und Desinfektionsmittel in großer Stückzahl organisiert und bereitgestellt.

Das Ergebnis der großen Kraftanstrengung der ehrenamtlichen Prüfer, der IHKs und aller Akteure auf Bundes- und Landesebene: Alle geplanten Prüfungen konnten im Sommer und Herbst 2020 nachgeholt werden.

Und auch wenn die Pandemie die nächste Prüfungsphase schon wieder im Griff hat: Mittlerweile verfügen die Beteiligten über Erfahrung bei diesem wichtigen Thema – und nutzen sie nach besten Kräften. Schließlich geht es sowohl um die berufliche Perspektive junger Menschen als auch um den Fachkräftenachwuchs der Unternehmen.

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Nico Schönefeldt
Nico Schönefeldt Leiter des Bereichs Ausbildung

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Porträtbild Daphne Grathwohl, Referatsleiterin Strategische Themenplanung und Qualitätssicherung
Daphne Grathwohl Referatsleiterin Newsroom | Strategische Themenplanung und Qualitätssicherung