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Best Practice: Corona-konform dinieren im eigenen Trailer

Hunderte Gastrobetriebe bieten bundesweit Wohnmobil-Dinner an
Frau richtet in einem Wohnmobil ein Essen an

Nur anrichten muss man noch selbst: Die Restaurants liefern das Menü Corona-gerecht zum eigenen Fahrzeug

© Chicasso / Getty Images

Trotz Lockdown den Restaurant-Betrieb aufrechterhalten, Umsatz einfahren und trotzdem die Corona-Regeln einhalten? Für viele Gastronomie-Betriebe scheint das die Quadratur des Kreises zu sein. Aber Gastronomen sind erfinderisch. Und so etablierte sich im Herbst vergangenen Jahres das sogenannte "Wohnmobil-Dinner": Einfach vorfahren und Köstlichkeiten im eigenen Trailer serviert bekommen. Ein weiteres Beispiel, wie Deutschlands Betriebe den Weg aus der Corona-Krise suchen.

Auch ganz ohne Corona wäre das Restaurant "Himmel und Havel" einen Besuch wert, sagt Miriam Zimmermann, Tochter des Inhabers Ahmet Simsek und zuständig fürs Marketing. Serviert werden Spezialitäten der deutschen Küche – vor allem Königsberger Klopse, Maultauschen oder auch Käsespätzle.

Und auch die Umgebung stimmt, schwärmt sie: "Bei uns kann man direkt vor dem Restaurant parken, das ist sehr praktisch. Außerdem hat man Blick auf die Havel und kann nach dem Essen gleich einen Verdauungsspaziergang machen. Landschaftlich ist es wunderschön hier."

Unschlagbare Vorteile für ein Wohnmobil-Dinner, denn Parkmöglichkeiten sind für den Lieferservice im eigenen Gefährt unabdingbar. Das Prinzip: Die Gäste reservieren ihr Dinner, fahren vor, lassen sich die bestellten Speisen direkt ans Gefährt liefern, speisen in den eigenen, mobilen vier Wänden – ganz komfortabel und ohne Stress.

Bundesweite Initiative der Gastronomie

In ganz Deutschland bieten Restaurants diesen Service jetzt an. "Wir haben von der Initiative 'Wohnmobil-Dinner' erfahren, weil uns Gäste davon erzählten und fragten, ob wir nicht mitmachen möchten", berichtet Miriam Zimmermann.

Den Überblick hat die Facebook-Gruppe "Wohnmobil-Dinner – Das Original". Hunderte Gastro-Betriebe quer durch die Republik sind dort registriert. Man kann bequem nach Postleitzahlen filtern, findet Erfahrungsberichte, Fotos und Inspirationen für den nächsten Restaurantbesuch – wenn auch vor der Restaurant-Tür im eigenen Fahrzeug.

Alle Corona-Regeln eingehalten

Auch das Berliner Restaurant "Himmel und Havel" ist dort registriert und hat die Reservierungen zum Wohnmobil-Dinner über diese Plattform bekommen.

"Durch das Wohnmobil-Dinner entstehen uns nicht mehr Kosten als durch den normalen Lieferservice: Die Boxen sind die gleichen, die Verpackung ist aus Hygienegründen die gleiche. Und der Kontakt ist auch so wie beim Lieferservice – also alles entsprechend den Corona-Regeln", sagt Miriam Zimmermann.

Ihr Vater hat das Restaurant erst im Oktober 2020 übernommen, kurz darauf kam der zweite Lockdown. Die Mitarbeiter sind in Kurzarbeit, seit Januar versuchen sie, mit Lieferdiensten etwas mehr Umsatz zu machen. Und eben mit dem Wohnmobil-Dinner, das sie gern weiter entwickeln würden.

So wie die Gastronomie im vergangenen Jahr viel Geld in Hygiene-Konzepte investiert hat, so seien sie auch bereit, weitere neue Wege zu gehen, betont Miriam Zimmermann. "Wir könnten uns vorstellen, das Wohnmobil-Dinner-Konzept auszubauen. Da wir gerade erst gestartet sind, ist das sicher noch ausbaufähig und für uns bestimmt eine Option."

Dies ist nur eine von vielen einfallsreichen Lösungen, die die Unternehmen in der Pandemie auf die Beine stellen. Wenn Sie also weitere Beispiele kennen oder selbst einen Betrieb führen, der sich mit eigenem Engagement und Kreativität durch die Krise kämpft, melden Sie sich bei uns. Wir würden uns freuen, auch Ihr Unternehmen vorzustellen. Schreiben Sie uns unter presse@dihk.de.


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Porträtbild Daphne Grathwohl, Referatsleiterin Strategische Themenplanung und Qualitätssicherung
Daphne Grathwohl Referatsleiterin Strategische Themenplanung und Qualitätssicherung