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Best Practice: Spielerische Video-Präsentationen aus dem Spielwarenladen

Wie Händler ihren Kunden (Brett-) Spiele virtuell erklären und trotz Lockdown verkaufen
Eine vierköpfige Familie spielt ein Brettspiel

Im Corona-Lockdown spielen die Menschen wie die Weltmeister – wer neue Spiele braucht, kann sich virtuell beraten lassen

© Elva Etienne / Moment / Getty Images

Wie vertreibt man sich die Zeit im Lockdown, wenn das Wetter eisig ist und die Kontaktmöglichkeiten drinnen begrenzt sind? Familien, WGs und andere Lockdown-Schicksalsgemeinschaften verbringen viel Zeit mit (Brett-) Spielen, das zeigen Umfragen. Aber woher kommt der Nachschub? Ein Spielwarenhändler aus Berlin erreicht seine Kunden virtuell – und ist damit nicht der einzige Einzelhändler, der diesen Weg geht.

Die teuersten Hotels auf der Schlossallee bauen, die kleine Schwester bei "Mensch ärgere Dich nicht" kurz vor dem Ziel rausschmeißen oder beim Quiz das Allgemeinwissen testen – Gesellschaftsspiele erfreuen sich im Corona-Lockdown immer größerer Beliebtheit.

Das zeigen auch die Produktionszahlen der deutschen Spielwarenhersteller: Von Januar bis September 2020 lag der Wert laut Statistischem Bundesamt um 3,4 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. "Den einen Bestseller gibt es eigentlich nicht. Aber was im Moment sehr gut geht, sind diese ganzen Escape-Room-Spiele", sagt Peter Feller, Spielwarenhändler aus Berlin-Friedrichshain. "Diese Spiele kann man alleine, zu zweit oder zu dritt spielen."

Spiele präsentieren trotz Lockdown

Für Spielwarenhändler ist es allerdings schwierig, während des Lockdowns bei den Kunden am Ball zu bleiben. Vor der Pandemie richtete Peter Feller in seinem Spielwarenladen Vorführrunden und Spielenachmittage aus. Als Kamera-Event lassen sich die Brettspiele aber nicht so gut gemeinsam spielen. "Wir haben es versucht. Aber den Spielern fehlt einfach das soziale Miteinander. Vor allem bei Brettspielen ist es nicht so einfach, weil dann jeder Spieler das Spiel zu Hause haben muss." 

Ein paar Asse hat er aber trotzdem im Ärmel, um mit seinen Kunden weiterhin in Kontakt zu bleiben. "Wir stellen viele Spiele online über kurze Videos vor. Wir beraten unsere Kunden per Video-Anruf oder schicken ihnen Bilder von unseren Regalen zu. Die Fotos stellen wir auch regelmäßig auf unsere Website. So können sich die Menschen unser Sortiment wenigstens virtuell anschauen." 

Händler und Hersteller locken die Kunden gemeinsam ans Spielbrett

Ein bisschen spielerisch muss es auf der Facebook-Seite eines Spielwarenhändlers natürlich auch zugehen. "Regelmäßig probieren wir, mit kleinen Gewinnspielen das Interesse der Leute weiter zu wecken, damit sie uns regelmäßig im Internet besuchen. Wir versuchen, die Gewinnspiele mit den Herstellern gemeinsam zu machen, damit wir attraktivere Preispakete zusammenschnüren können. Aber das Wichtigste bleibt, die Kunden nicht aus den Augen zu verlieren, deswegen versuchen wir im Internet sehr präsent zu sein."

Haben sich die Kunden für ein Spiel entschieden, so bestellen sie es bei Peter Feller und holen es entweder selbst ab oder lassen es liefern. "In der näheren Umgebung bringen wir die Spiele auch persönlich vorbei."

Gute Beratung, schneller Service – und dankbare Kunden

Die Selbstabholer berät Peter Feller auch hinter der Ladenscheibe oder zeigt ihnen weitere Spiele. "Teilweise haben wir auch Kunden, die wöchentlich bei uns vorbeikommen und Spiele kaufen. Der Rückhalt und die Unterstützung der Kunden sind da, und wir scheinen sie mit unseren Online-Informationen zu erreichen."

Als Spiele-Experte hat er natürlich noch einen Tipp für einen Corona-konformen Spieleabend: "Für einen virtuellen Spieleabend gibt es sehr schöne Krimispiele. Ein Spieler fungiert als Erzähler und liest die Geschichte vor. Nach den jeweiligen Leseabschnitten werden den Mitspielern verschiedene Wahlmöglichkeiten vorgestellt, und sie müssen die richtige Entscheidung treffen, um den Fall zu lösen." 

Dies ist nur eine von vielen einfallsreichen Lösungen, die die Unternehmen in der Pandemie auf die Beine stellen. Wenn Sie also weitere Beispiele kennen oder selbst einen Betrieb führen, der sich mit eigenem Engagement und Kreativität durch die Krise kämpft, melden Sie sich bei uns. Wir würden uns freuen, auch Ihr Unternehmen vorzustellen. Schreiben Sie uns unter presse@dihk.de.

Kontakt

Porträtfoto Jana Zimmermeyer
Jana Zimmermeyer Referatsleiterin Redaktion Bewegtbild und optische Gestaltung