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BIDs – Wege aus der Krise

Fußgängerzone in Bergedorf mit Menschen

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie machen Innenstädten schwer zu schaffen

© DIHK/ Jana Zimmermeyer

In vielen deutschen Innenstädten hat die Corona-Krise tiefe Spuren hinterlassen, und auch dort, wo sich wieder viele Menschen drängen, profitieren die Betriebe vor Ort häufig nicht. Wie können die Citys wieder durchstarten? Einige Best-Practice-Beispiele.

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Porträtbild Tine Fuchs, Referatsleiterin Stadtentwicklung | Planungsrecht | Bauleitplanung | nationale Verbraucherpolitik
Tine Fuchs Referatsleiterin Stadtentwicklung, Planungsrecht, Bauleitplanung, nationale Verbraucherpolitik

Das ist passiert...

Innenstädte und Ortszentren sind im Umbruch. Ob Modehaus oder Schuhhandel, sie leiden besonders unter dem Ausbruch von COVID-19. Aber die Betriebe sind auch unabhängig von Corona seit längerem mit einem veränderten Konsumverhalten, mehr digitalem Einkaufen und der großen Konkurrenz der Shoppingcenter konfrontiert. Viele Einzelhändler haben sich daher bereits vor der Krise aus ihren innerstädtischen Ladenlokalen zurückgezogen. In diese Lücke waren in den letzten Jahren vielfach Bars, Cafés oder Restaurants gestoßen. Jedoch leidet auch das Gastgewerbe besonders unter COVID-19. Laut Statistischem Bundesamt hatten beide Branchen im August mit Umsatzrückgängen von rund einem Viertel zu kämpfen. Diese Entwicklungen führen vielerorts zu leerstehenden Ladenlokalen in den Städten und Gemeinden. Ganze Wirtschaftsstandorte drohen abzurutschen.

Mit dem DIHK Webinar: „BIDs – Wege aus der Krise“ informierten wir über neue Trends und aktuelle bundespolitische Maßnahmen. Außerdem wurden rechtliche Fragen rund um Business Improvement Districts (BIDs) diskutiert und Beispiele aus Städten und Gemeinden für eine zukunftsweisende Entwicklung von Standorten vorgestellt.

Trends in der Corona-Krise

Keynotespeaker Andreas Reiter vom ZTB Zukunftsbüro in Wien regte an, öffentliche Räume in den Städten zukünftig anders zu entwickeln. Konkret gehe es darum, mehr Freiräume zu schaffen, die Städte für Natur und Wasser zu öffnen und für eine gesunde Mobilität in den Städten zu sorgen. Dabei seien gerade kleinteilige Strukturen mit einer guten Durchmischung zukunftsweisend. Für die Entwicklung der Stadt von morgen seien die drei „K´s“ von entscheidender Bedeutung: Konsum, Kultur und Kommunikation. Beispielgebend dafür seien Projekte, wie das „Haus des Wissens“ in Bochum, ein Umbau eines Kaufhauses in eine Bibliothek, Volkshochschule, Universität und Markthalle. BIDs seien ein geeignetes Instrument, um für eine gute Kommunikation zwischen Betrieben, Bewohnern, Immobilieneigentümern, Politik und Verwaltung zu sorgen.

Das Konjunkturprogramm der Bundesregierung - Fördermittel für Smart Cities

Frau Thomas, Abteilungsleiterin für Stadtentwicklung und Wohnen im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, erklärte, dass das neue Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren“ geeignet sei, um kooperativ diese Transformationsprozesse in den kleinen, mittleren und großen Städten zu vollziehen. So könne beispielsweise der Verfügungsfond für Quartiersinitiativen, wie BIDs genutzt werden. Außerdem wurde jüngst der Projektaufruf „Post-Corona-Stadt“ der Nationalen Stadtentwicklungspolitik gestartet, um gemeinsam neue Ideen auszuprobieren. Dafür stellt der Bund kurzfristig 3,5 Mio. Euro zur Verfügung. Überdies gibt es jetzt durch das Konjunkturprogramm der Bundesregierung zur Bekämpfung der Folgen von COVID-19, 500 Mio. Euro für Smart City Modellprojekte.

BIDs und Finanzierungsfragen nach der Steuerreform

Frau Bensow, stellvertretende BID-Beauftragte der Stadt Hamburg stellte die neue BID-Abgabenerhebung in Hamburg vor. Das Land Hamburg hatte sich entschieden, für die Erhebung der BID-Abgabe ein Flächenmodell zu entwickeln und dies nicht mehr an den Einheitswert der Grundstücke zu koppeln.

Die Zukunft der Innenstädte

In den Mastertalks präsentierte Frank Achenbach, IHK Offenbach am Main, das Zukunftskonzept der Innenstadt Offenbach. Er hob hervor, dass es für eine zukunftsweisende Stadtgestaltung, als attraktiven Wirtschaftsort darum geht, die Identität und Individualität des Standorts gemeinsam mit den Immobilieneigentümern zu entwickeln.

Jörg Barfknecht, Eigentümer und Gewerbetreibender beleuchtete die Entwicklung der Haarenstraße in Oldenburg. Um zukunftsfähig zu sein, sei es jetzt erforderlich, durch ein BID das gemeinschaftliche Engagement auf solidere Beine zu stellen und den Standort auch professionell via Social Media zu vermarkten.

Last but not least berichtete Elke Schönborn von den Kleinstadtperlen im Süden, aus Baden-Württemberg. Es handelt sich dabei um ein Netzwerk von 16 Kleinstädten von Calw, über Freudenstadt bis nach Waldkirch, welches  für eine Verknüpfung der Aktivitäten von Stadtmarketing und Tourismus sorgt. So wurden gemeinsamem Kampagnen, wie beispielsweise „KLEIN IST DAS NEUE GROSS“ initiiert und damit die gute Funktionalität, das schöne familiäre Umfeld und die Kultur in den Mittelpunkt der Entwicklung der Stadtplätze gestellt.

Ausbau der Initiativen nötig

Die aktuelle Krise ist eine besondere Herausforderung für die Innenstädte und Ortszentren. Die vielen guten Beispiele und Ansatzpunkte aus dem BID-Webinar können Bausteine für Wege aus der Krise sein. Der DIHK setzt sich in den Diskussionen auf Bundes- und EU-Ebene dafür ein, dass die Unterstützung solcher Initiativen ausgebaut wird. Dazu wurde ein Dialog mit Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat angestoßen, der durch die Einrichtung eines Runden Tisches intensiviert werden soll.

Die bei der Veranstaltung gezeigten Videobeiträge mit Impressionen aus Elmshorn, Hamburg, Neuruppin und Wuppertal halten wir hier für bereit: 

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    BID-News

    Über das Thema Business Improvement Districts informieren die "BID News". Die aktuelle Ausgabe und ein Anmeldeformular gibt es hier.